Die bislang sieben verschiedenen Formularversionen der Länder sollen künftig bundesweit von den Finanzämtern anerkannt werden, erklärte gestern ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums in Berlin. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) und die Länder seien sich über diese Vereinfachungen einig. Dieses Verfahren gelte so lange, bis ein bundeseinheitlicher Vordruck fertig gestellt sei, hieß es.
Zugleich soll das bisherige System der Lohnsteuerkarten bis 2005 abgeschafft werden. Es soll durch ein elektronisches Verfahren zwischen Finanzämtern und Arbeitgebern ersetzt werden. Der Arbeitnehmer soll von seinem Arbeitgeber lediglich einen Ausdruck erhalten. Die Gemeinden, die bislang die Lohnsteuerkarten ausstellen, werden den Angaben zufolge künftig aus dem System herausgehalten.
Eine "gewisse Übergangszeit" zur Umstellung des Systems wolle das Bundesfinanzministerium aber einräumen, damit sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit der nötigen Software vertraut machen könnten. "Wir wollen vermeiden, dass wir dadurch Chaos und Steuerausfälle haben", so der Sprecher.
Komplett abschaffen wolle die Regierung den Sonderausgabenabzug bei der Kirchensteuer, hieß es weiter. Sie soll durch einen Pauschalabzug bei der geschuldeten Einkommen-steuer in Höhe von wahrscheinlich rund drei Prozent gleichwertig ersetzt werden.
Bei den steuerlichen Pflichten für Unternehmen soll die Umsatzgrenze für die einfache Gewinnermittlung angehoben werden. Eine Firmenbilanz soll demnach erst ab einem Umsatz von 350 000 Euro statt bislang 260 000 Euro nötig sein. (ddp.vwd/afp/sm)