Einige ihrer Händler kennt Helene Metz seit 40 Jahren. Ketten, wo allein der Preis das Entscheidende sei, gehören nicht dazu. "Seit 1964 arbeitete mein Mann mit dem Fachhandel zusammen", und nach dem Tod des Firmengründers vor 15 Jahren habe es keinen Grund gegeben, das zu ändern, sagt Metz. Wer einen Fernseher mit ihrem Namen besitzt, hat ihn beim kleinen Händler um die Ecke gekauft und für dessen Service auch ein paar Euro mehr bezahlt.
Eher traditionell und konservativ eingestellt sei die Kundschaft, ergänzt Geschäftsführer Norbert Kotz bauer. Obwohl technisch auf der Höhe, mache Metz deshalb auch nicht jeden Design-Trend mit. Zwar gilt das bei manchem Kritiker als "verstaubt" und "altbacken". Aber der Fernseher muss beim Käufer schließlich zur Schrankwand passen.
Anders bei Loewe. Ganz in der Mode-Farbe Weiß gehalten, spricht aus dem weitläufigen, von Streichermusik erfüllten Ifa-Stand der Kronacher vor allem ein Anspruch: edel. Auf weiß-lackiertem Fußboden glänzt in Edelstahl das aktuelle Vorzeigestück: ein Flachbildfernseher mit Audio-System, Mediacenter und Lautsprechertürmen - verteilt auf fast fünf Metern Breite. Dafür müsste die Schrankwand aus dem Wohnzimmer entfernt werden.
Loewe baut Fernseher der Luxusklasse, die gut und gerne das Drei- bis Vierfache kosten wie die Geräte der Konkurrenz. "Das Niedrigpreisige darf nicht und wird nicht Loewes Welt sein", bekräftigt Frieder C. Löhrer den Kurs. Er steht seit Kurzem an der Spitze des Unternehmens und konnte ein bestelltes Haus übernehmen. Doch noch vor einigen Jahren hatte Loewe schwere Zeiten durchlebt.
Den Trend zum Flachbildfernseher hatten die Franken verschlafen, die sonst geschätzten Loewe-Bildröhren waren bald nicht mehr gefragt. Loewe holte den damaligen LCD-Weltmarktführer Sharp ins Boot und entging so dem Schicksal von Traditionsfirmen wie Schneider, Grundig oder Telefunken. Heute sind die Kronacher selbstbewusster denn je. "Der Markt splittet sich zunehmend auf in Masse und Klasse - und Klasse wächst", ist Löhrer sicher. Trotz drohenden Konsumabschwungs will Loewe wachsen und im nächsten Jahr mehr als 400 Millionen Euro Umsatz machen.
Eine Nummer kleiner sind die Zahlen bei Metz. Nach 129 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr ist in diesem Jahr ein zweistelliges Plus anvisiert. Wo der Zirndorfer Familienbetrieb steht, illustriert ein Satz aus der heimischen Zeitung, der Helene Metz wieder ihr Lachen entlockt: "Den Metz-Umsatz machen internationale Konzerne morgens zwischen neun und zehn Uhr."
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