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LMBV tut in den kommenden Jahren mehr gegen Eisen-Belastung

Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der LMBV-Geschäftsleitung, präsentiert am Donnerstag drei Wasserproben aus der Spree. Die Flasche, die er in der Hand hat, stammt vom Pegel Bräsinchen und weist eine nur sehr geringe Eisenbelastung auf. Die LMBV will das Eisenproblem in der Spree durch mehr Maßnahmen in den Griff bekommen.
Klaus Zschiedrich, Vorsitzender der LMBV-Geschäftsleitung, präsentiert am Donnerstag drei Wasserproben aus der Spree. Die Flasche, die er in der Hand hat, stammt vom Pegel Bräsinchen und weist eine nur sehr geringe Eisenbelastung auf. Die LMBV will das Eisenproblem in der Spree durch mehr Maßnahmen in den Griff bekommen. FOTO: Sascha Klein
Großräschen. Die Spree ist in der Lausitz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, vor allem für den Spreewald-Tourismus. Der leidet jedoch in den vergangenen Jahren immer mehr durch die Eisenbelastung im Fluss. Sascha Klein

Die Folge: Das Gewässer sieht an etlichen Stellen unansehnlich braun aus. Bergbausanierer Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) will in den kommenden Jahren die Bemühungen weiter verstärken, um das Eisen bereits südlich von Spremberg (Spree-Neiße), nahe der Ortschaft Burgneudorf (Gemeinde Spreetal, Kreis Bautzen), aus dem Wasser zu filtern. Dazu entsteht in diesen Wochen eine neue Wasserbehandlungsanlage. Laut LMBV-Chef Klaus Zschiedrich soll die containergestützte Anlage im Spätherbst dieses Jahres in Betrieb gehen.

In Ostsachsen ist das Problem am größten, denn dort ist die Eisenkonzentration laut LMBV-Angaben am höchsten. Zwischen den Spree-Messstellen Bärwalde (Kreis Görlitz) und Zerre (Kreis Bautzen) strömt Grundwasser in die Spree, das den Eisengehalt von 1,5 Milligramm pro Liter auf bis zu sieben Milligramm pro Liter hochschnellen lässt. Dort will die LMBV bereits einen Großteil des Eisens herausfiltern. Mehr als bisher soll dafür auch die Grubenwasserbehandlungsanlage Schwarze Pumpe genutzt werden. So soll es gelingen, dass in Spremberg (Spree-Neiße) deutlich weniger Eisen im Wasser ist als bisher.

Eine besonders wichtige Stelle ist die Vorsperre Bühlow, kurz vor der Talsperre Spremberg. Dort fallen pro Jahr laut LMBV 25 000 bis 30 000 Kubikmeter Eisenhydroxidschlamm an. Dieser muss regelmäßig entsorgt werden. "Der Stausee hat mit deutlich weniger Eisen zu rechnen als bisher", sagt Klaus Zschiedrich - wenn die zusätzlichen Anlagen nahe der brandenburgisch-sächsischen Grenze in Betrieb sind. Zudem soll es dort weitere Projekte geben, die die Eisenkonzentration mindern. Genaue Pläne will die LMBV eventuell im zweiten Halbjahr 2017 bekannt geben. Eine weitere Wasseraufbereitungsanlage ist auch nahe Plessa (Elbe-Elster) geplant. Dort laufen die Vorplanungen. Sie könnte laut LMBV ab 2018 gebaut werden.

Ein weiteres Problem, das sich mit dem vermehrten Anfall von Eisenhydroxidschlamm ergibt: Die Schlämme müssen regelmäßig entsorgt werden. Bisher werden sie an zwei Stellen verspült: in den Sedlitzer See und in den Wildschweinteich bei Schipkau (Oberspreewald-Lausitz). Zurzeit sucht die LMBV eigenen Angaben zufolge nach weiteren Standorten. Zudem ist angedacht, eine Deponie für den Eisenhydroxidschlamm nahe Plessa zu errichten. "Wir arbeiten kontinuierlich an dem Konzept weiter", so LMBV-Chef Zschiedrich. Da die Sanierung der meisten Flächen in der Lausitz schon weit fortgeschritten ist, können die Bergbausanierer größere Mengen an Eisenhydroxidschlamm nicht mehr in vorhandenen Kippen unterbringen.

Bergbausanierung in Zahlen
246 Millionen Euro an Leistungen hat die LMBV im Jahr 2016 nach eigenen Angaben umgesetzt. Darauf entfallen auf Brandenburg rund 103 Millionen Euro (2015: 116 Millionen Euro), auf Sachsen rund 99 Millionen Euro (2015: 104 Millionen Euro).

661 Mitarbeiter hat die LMBV derzeit (Stand: 1. April 2017, ohne Azubis). Zum Vergleich: Ende 2000 waren es 1374, zum Ende 2004 noch 774. Tiefstwert war Ende 2009 mit 501 Beschäftigten. In den vergangenen Jahren lag der Wert recht konstant um 650.

15 Millionen Kubikmeter Boden hat die LMBV im Jahr 2016 verdichtet. Das entspricht einer Größe von 200 Fußballfeldern mit je zehn Metern Tiefe. Noch immer gibt es etwa 20 000 Hektar gesperrte Kippenflächen. Im Jahr 2016 sind 1200 Hektar freigegeben worden.