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| 15:53 Uhr

Lausitzer kämpfen für ihre Heimatregion
Weg für Batteriefabrik im Zeitraffer frei

Vom Gelände des Lausitzrings aus soll am Donnerstagabend, 18. Oktober, mit Taschenlampen ein Lichtzeichen gesendet werden, um auf die Region als guten Standort für Ansiedlungen von Unternehmen aufmerksam zu machen. Los geht es ab 18 Uhr.
Vom Gelände des Lausitzrings aus soll am Donnerstagabend, 18. Oktober, mit Taschenlampen ein Lichtzeichen gesendet werden, um auf die Region als guten Standort für Ansiedlungen von Unternehmen aufmerksam zu machen. Los geht es ab 18 Uhr. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Cottbus. Unternehmen und Politiker unterstützen das Ringen um die Ansiedlung der Tesla Gigafactory Europe in der Lausitz. Ein Argument: Deutschland ist gut beraten, angesichts der Abschottungspolitik der USA gezielt um US-Unternehmen zu werben. Von Kathleen Weser

Die Lausitz bringt sich als Standort für die geplante Tesla Gigafactory Europe ins Gespräch. Mit einem gebündelten Taschenlampen-Lichtzeichen vieler Leute, das mit der Bürgeraktion #Welcome Tesla am Donnerstagabend vom Lausitzring in den Himmel ausgesendet werden soll.

In der Nachbarschaft von Europas größtem Zentrum für automatisiertes und vernetztes Fahren, zu dem die Prüfgesellschaft Dekra das Motodrom bis zum Jahr 2020 ausbauen will, hält Frank Neubert, der Amtsdirektor des Amtes Altdöbern, das für „eine besonders gute Idee“.

Der verkehrstechnisch hervorragend angebundene Standort Klettwitz in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft zwischen den Ballungszentren Berlin und Dresden hatte sich im vergangenen Jahr für das Testzentrum für modere Mobilität gegen Dekra-Niederlassungen in Spanien und China durchgesetzt. „Hier stehen noch etwa 600 Hektar Gewerbefläche bereit“, sagt der langjährige Wirtschaftsförderer in Senftenberg und Elsterwerda.

Großunternehmen planten neue Investitionen zwar über Zeiträume von zehn bis 25 Jahren vor. In der Lausitz bestehe aber die Möglichkeit, den Weg im Zeitraffer frei zu machen. Denn vor allem die umfangreichen Umweltbetrachtungen lägen bereits vor.

Für Frank Neubert ist der geforderte Ersatz für Industriearbeitsplätze, die durch den bundespolitisch verordneten Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in der Lausitz wegfallen, nicht das schlagende Argument. Auf die Politik der Abschottung der Trump-Regierung dürften auch US-amerikanische Unternehmen reagieren müssen. Denn Exporte würden durch Strafzölle zu einem teuren Geschäft. Neben Tesla solle auch um Hersteller wie Harley Davidson geworben werden. „Besser betuchte Europäer dürften sich anderen Motorrad-Modellen zuwenden, sollten sich die Kosten für Ersatzteile verfielfachen“, mutmaßt Frank Neubert. Und gute Geschäfte ließen sich mit dem Gütesiegel Made in Germany weitweit noch immer machen. Das geweckte Selbstbewusstsein der Lausitzer gefällt dem langjährigen Wirtschaftsförderer.

Auch Sachsen als Automotiv-Land argumentiert mit BMW i3, i8, eGolf, dem Volkswagen-Standort Zwickau und der Batteriemodulfertigung in Kamenz auch als eMobility-Land. „Die Lausitz bietet mit ihrem Profil als Energie- und Industrieregion sowie starken Kompetenzen in IT, Maschinen- und Leichtbau, Glas- und Textilbranche hervorragende Bedingungen für die Batteriezellfertigung. Und sie hat auch gut ausgebildete Fachkräfte“, erklärt Marco Henkel vom Wirtschaftsministerium. „Das Engagement der Menschen in der Region für ihre Region tut der Lausitz und den Bundesländern Brandenburg und Sachsen gut“, so Henkel weiter.

Die soziale Bewegung #Welcome Tesla wird indes von immer mehr Unternehmen unterstützt. Gemeinsam mit der mitgliederstarken Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IG BCE) stehen nunmehr fast 100 000 Lausitzer hinter der Aktion.

#Welcome Tesla auf dem Lausitzring
Donnerstag, 18. Oktober,
Einlass: ab 18 Uhr (Achtung: Zeit geändert),
Beginn: 18.45 Uhr