Nach zähen Verhandlungen sei der Interessenausgleich mit den Festlegungen zum Ablauf der Stilllegung unterzeichnet worden, erklärte der Betriebsratsvorsitzende Jürgen Pietsch am Freitag. Teil der Vereinbarung sei ein Sozialplan, der unter anderem mögliche Abfindungen vorsieht. Ebenso wie das im Schwarzwald ansässige Mutterunternehmen Hess AG musste die Firma in Ostsachsen im Februar dieses Jahres Insolvenz anmelden. Von der Schließung seien fast 80 Mitarbeiter und acht Auszubildende betroffen. Sie hätten sich am Freitag mit einer symbolischen Aktion von ihren Arbeitsplätzen verabschiedet.

Das Löbauer Werk habe schon seit Anfang Juni keine Aufträge mehr erhalten. Kurz darauf sei begonnen worden, die Materialbestände ins Stammhaus zu verlagern. Dem einstigen "Vorzeigeunternehmen" in der Region sei damit rasch die wirtschaftliche Basis entzogen worden, kritisierte Pietsch. In das Werk sei in den vergangenen 13 Jahren kräftig investiert worden, sodass am Ende mehr als 100 Arbeitsplätze entstanden. Für die Mitarbeiter sei es bitter, dass "ein sanierungsfähiges Unternehmen nun aus der strapazierten Wirtschaftsregion Oberlausitz ausradiert" werde.