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Lex will Existenzgründern auch nach dem Sieg helfen

Christina Grätz und ihre Nagola Re GmbH aus Jänschwalde haben 2014 den Lex- und den Zukunftspreis Brandenburgs gewonnen.
Christina Grätz und ihre Nagola Re GmbH aus Jänschwalde haben 2014 den Lex- und den Zukunftspreis Brandenburgs gewonnen. FOTO: dpa
Cottbus. Es gibt zwei Neuerungen beim Lausitzer Existenzgründerpreis. 2015 wird neben den besten Geschäftsideen ein Sonderpreis in der IT-Branche ausgelobt. Und: Expertenrat soll auch nach dem Wettbewerb über die Juroren angeboten werden. Christian Taubert

Neues Jahr, neue Gründer, neue Ideen - der 12. Lausitzer Existenzgründer-Wettbewerb (Lex) ist am Dienstag in eine neue Runde gestartet. Erneut sind Firmengründer aus der brandenburgischen und sächsischen Lausitz aufgerufen, sich mit ihren Konzepten für eine Unternehmensgründung, -nachfolge oder Geschäftsfelderweiterung um einen der vier Preise zu bewerben. Die Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) als Ausrichter und ihre Sponsoren loben insgesamt 10 000 Euro Preisgelder aus (Bedingungen siehe online).

"Haben Sie Mut und reichen Sie ihre Geschäftsidee ein", fordert WiL-Vorsitzender Michael von Bronk dazu auf, dass sich Gründer diese Chance nicht entgehen lassen sollen. "Auch wer letztlich nicht unter den Preisträgern ist - Gewinner ist jeder Teilnehmer."

Was von Bronk damit in den Räumen der überaus erfolgreich am Markt agierenden Cottbuser Fleischhauer Ing.-Büro GmbH ausdrücken will, bringen drei Wettbewerbssieger aus dem Vorjahr auf eine einfache Formel: "Der Lex hat uns als Unternehmen bekannt gemacht. Das hat den Start enorm erleichtert."

So berichtet die Lex-Siegerin 2014 Christina Grätz, dass sie aufgrund des Auftragsvolumens seither drei neue Mitarbeiter in ihrer Nagola Re GmbH in Jänschwalde (Spree-Neiße) eingestellt hat. Regionale Unternehmen, Privatpersonen und Kommunen hätten großes Interesse gezeigt, Saatgut von bedrohten einheimischen Pflanzenarten zu beziehen und bei ihren Vorhaben einzusetzen. Grätz konnte mit dieser Geschäftsidee im Vorjahr auch einen Zukunftspreis der sechs Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern Brandenburgs gewinnen.

Für die LEET Innovation GmbH aus Cottbus schildert Sascha Vökler, dass der zweite Preis beim Lex offenbar ein Türöffner gewesen sei. Ihre Software-as-a-Service wurde schnell bei Marktforschungs-Analysen eingesetzt. "Unternehmen zeigen Interesse an der von uns entwickelten Software", erklärt der Wirtschaftswissenschaftler. An Gründer gerichtet empfiehlt er: Früher oder später müsse sowieso ein Businessplan geschrieben werden. Dann könne man ihn auch im Wettbewerb einreichen, von den Lex-Wirtschaftsjuroren begutachten lassen und kostenlos Hilfe in Anspruch nehmen.

Die mit dem Lex einhergehende Bekanntheit ist für die vorjährige Sonderpreisgewinnerin Ricarda Schlieper überraschend gewesen. Mit ihrer Cousine Julia hatte sie das Unternehmen Schlieper für Landmaschinen GmbH in Sonnewalde (Elbe-Elster) von den Vätern übernommen. Die Auszeichnung sei auch für die Belegschaft ein Beweis gewesen, "dass die beiden jungen Damen am richtigen Platz sind", sagte Ricarda Schlieper.

Dass sich die WiL in diesem Jahr für einen Sonderpreis IT-Award entschieden hat, begründet der Vorsitzende mit der wachsenden Durchdringung der Wirtschaft mit IT-Lösungen. "Die Möglichkeiten von Industrie 4.0 bieten exzellente Chancen für Unternehmensgründungen", erklärte von Bronk. Und nicht zuletzt verweist er darauf, dass die Lex-Juroren in Bautzen, Cottbus und Görlitz künftig auch nach der Siegerehrung für Beratungen zur Verfügung stehen. Das sei von Wettbewerbsteilnehmern angeregt worden.

Die Wettbewerbsbedingungen:

www.wil-ev.de