Der Lausitzer Energiekonzern Leag mit Zentrale in Cottbus plant neben der geordneten Abwicklung der Braunkohle-Förderung und -Verstromung in der Region Investitionen in neue Geschäftsfelder. Dies sagte Leag-Chef Helmar Rendez bei einem Gespräch mit der RUNDSCHAU und der Märkischen Oderzeitung. „Das Unternehmen hat Potenzial“, sagte Rendez.

Dies sieht auch die Berliner Energieexpertin Claudia Kemfert so. Die Professorin und Leiterin der der Energie-Abteilung am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagte der RUNDSCHAU, dass sich für die Leag Investitionen in Sonnen- und Windenergie, in Speichertechnologien, Smart Grids – das sind intelligente Stromnetze – oder Lastmanagement in den Netzen anböten, „die künftig den Energiemarkt bestimmen“. Kemfert bezweifelt allerdings, dass ein Umbau des Leag-Konzerns bis in die 2040er-Jahre dauern müsste. „Die Notwendigkeit des Kohleausstiegs stand schon lange vor dem Einsetzen der Kohlekommission fest“, sagte Kemfert. Es habe für die Leag und dessen Eigentümerin, den tschechischen Finanzinvestor EPH, genug Zeit gegeben, sich vorzubereiten, in neue Geschäftsfelder zu investieren und dafür Rücklagen zu bilden.

Die Kommission für Wachstum Strukturwandel und Beschäftigung beim Bund soll bis Januar 2019 Vorschläge zum Kohleausstieg und zur Förderung des Strukturwandels in den Braunkohlerevieren machen. Die Bundesregierung will eine Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes gemäß internationaler Klimaschutzziele durch das Abschalten der Kohlekraftwerke erreichen.

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