ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:36 Uhr

Energiewende
Leag plant Mega-Batterie in Schwarze Pumpe

Barbara-Feier in Cottbus: Michael Kretschmer (CDU) aus Sachsen, Leag-Vorstand Helmar Rendez und Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg (v.l.) sind sich einig. Sie wollen die Herausforderungen der Zukunft für die Lausitz gemeinsam annehmen.
Barbara-Feier in Cottbus: Michael Kretschmer (CDU) aus Sachsen, Leag-Vorstand Helmar Rendez und Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg (v.l.) sind sich einig. Sie wollen die Herausforderungen der Zukunft für die Lausitz gemeinsam annehmen. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Der Leag-Aufsichtsrat hat am Dienstag die Weichen Richtung Zukunft gestellt. Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats Toralf Smith kündigte bei der Barbarafeier in der Cottbuser Stadthalle Investitionen in einen Mega-Batteriespeicher in Schwarze Pumpe an. Von Jan Siegel

Die Lausitzer Bergleute tun sich gerade schwer, viele Gründe zu finden zum Feiern. Und das ist nicht verwunderlich. Oft stehen sie allein im Fokus, wenn über die Energiewende in Deutschland debattiert wird. Statt Wertschätzung und Anerkennung für ihre Arbeit ernten sie kritische Blicke von vielen Seiten. Dabei geht es um nichts weniger als ihre berufliche Existenz.

Da bietet die Barbarafeier am Namenstag ihrer Schutzpatronin eine willkommene Gelegenheit zur Selbstvergewisserung und zum Schulterschluss. Beides war am Dienstagabend in der Cottbuser Stadthalle eindrucksvoll zu erleben, wo an die 2000 Bergleute zur größten Barbarafeier in der Lausitz zusammen gekomen waren.


Überraschungsgast bei der Barbarafeier am Dienstag in Cottbus: Der Gundermann-Darsteller Alexander Scheer.
Überraschungsgast bei der Barbarafeier am Dienstag in Cottbus: Der Gundermann-Darsteller Alexander Scheer. FOTO: LR / Jan Siegel

Es waren denn auch die Energiewende, der drohende Kohleausstieg und die damit verbundenen politischen Kämpfe, die im Mittelpunkt der Rede des Vorstandsvorsitzenden der Lausitzer Energie AG (Leag) Helmar Rendez standen.

So feiern Bergleute in Cottbus FOTO: Michael Helbig

„Nie war unser Geschäft so überlagert von Politik wie heute!“, sagte Rendez vor den versammelten Bergleuten. Er kritisierte die Art und Weise, wie die Auseinandersetzung teils mit Rechtsbrüchen geführt werde. Das setze den „sozialen Frieden aufs Spiel“.

Als „roten Faden“ für seine Rede  wollte er daher lieber etwas „Handfestes“ wählen. Und so sprach Helmar Rendez über Rohstoffe in der Lausitz und davon hat er mehr gefunden als allein die Kohle. 60 Millionen Tonnen werden davon in diesem Jahr aus dem Lausitzer Boden geholt – Tendenz fallend, weil Kraftwerksblöcke inzwischen in Sicherheitsbereitschaft gegangen sind.

Wertvollster „Rohstoff“ aber sind für Rendez die Menschen in der Lausitz. Die Leag-Mitarbeiter hätten trotz aller Unsicherheiten einen „erstklassigen Job gemacht“, dafür verdienten sie die Wertschätzung.

Das unterstrich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Cottbus. Auch in diesen unruhigen Zeiten sorgten die Lausitzer Bergleute für eine sichere Energieversorgung. Seine Devise sei klar: „Erst neue Perspektiven, dann der Ausstieg“. „Die Lausitz soll eine Europäische Modellregion für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum werden. Hier ist das möglich und wir können damit zum Vorbild werden für andere Reviere in der Europa“, rief Woidke den Lausitzer Bergleuten entgegen.

Woidkes Amtskollege Michael Kretschmer (CDU) aus Sachsen beschwor am Dienstag in Cottbus den Zusammenhalt der ostdeutschen Kohleländer. „Wir wollen verbindliche Zusagen, damit die Lausitz zu einer Innovationsregion werden kann, in der es künftig mehr und  bessere Arbeit gibt“, sagte Kretschmer. Und er plädierte für schnelle Planungsvereinfachungen. Für ihn ist der ICE durch die Lausitz längst mehr als eine Vision.

Das genehmigte Revierkonzept – das vollständig kompatibel sei mit den Pariser Klimazielen – bezeichnete Leag-Chef Helmar Rendez als „Versicherungspolice“ für die Wei­ter­entwicklung seines Unternehmens. Dafür hätten die Leag-Aufsichtsräte in dieser Woche die Weichen gestellt.

Der Vorsitzende des Leag Gesamtbetriebsrats Toralf Smith bestätigte am Abend, dass der Leag-Aufsichtsrat ein Projekt namens „Big Battery“ beschlossen habe. Der gigantische 60-MW-Batteriespeicher soll im Industriepark in Schwarze Pumpe gebaut werden.

Smith forderte bei der Barbarafeier auch, dass der Eigentümer EPH seine Verantwortung als Investor wahrnehmen solle und demnach auch Geld in neue Geschäftsfelder investieren müsse.

Ausgebaut werden soll auch massiv die Leag-Logistik- und Instandhaltungssparte.