Schon länger bemühen sich die Hersteller, die Giganten auf der Straße schadstoff- und verbrauchsärmer zu machen. Große Fortschritte haben sie in den vergangenen Jahren schon erzielt. Doch der emissionsfreie Serien-Truck bleibt Zukunftsmusik - er wird auch auf dieser Messe nicht zu sehen sein. "Aber wir arbeiten mit Hochdruck daran", sagt Daimler-Nutzfahrzeug-Vorstand Andreas Renschler. Daimler habe in diesem Jahr immerhin schon einen Ein-Liter-Transporter vorgestellt - auf einer Teststrecke und unter optimalen Bedingungen habe er mit 0,8 Litern Diesel eine Tonne Nutzlast 100 Kilometer weit bewegt. Angesichts von Größe und Gewicht gelten generell noch weit höhere Verbrauchswerte schon als anspruchsvoll.

Auch zur Senkung der hohen Dieselkosten sei eine weitere Verbrauchssenkung notwendig. Über die gesamte Nutzungsdauer eines Lkw mache der Dieselverbrauch inzwischen 30 Prozent der Kosten aus, mit steigender Tendenz. "Die Ölpreisrallye zwingt uns zum Fortschritt", gibt Renschler zu. Aber insgesamt habe die Nutzfahrzeugindustrie den Verbrauch von Schwerlastern seit den 70er-Jahren im Schnitt bereits um rund ein Drittel reduziert.

Alternative Kraftstoffe und Antriebstechnologien - vom Erdgas über Biodiesel bis hin zur Brennstoffzelle sind weitere Forschungsfelder. Für kleine Nutzfahrzeuge, Lieferwagen und Kleintransporter für den Stadtverkehr sieht der Chef der VW-Nutzfahrzeugsparte Stephan Schaller mittel- bis langfristig die Zukunft vor allem im elektrischen Antrieb. Als Übergangstechnologie spiele vor allem Erdgas eine wichtige Rolle. Große Geschäftschancen lägen noch in den schnell wachsenden Megastädten und Ballungsräumen der weltweiten Wachstumsregionen, sagt Schaller.

Wachstumsmärkte China und IndienIn China und Indien werden nach einer neuen Studie der Unternehmensberatung McKinsey heute schon mehr als 40 Prozent aller Lkws verkauft, dabei werden jedoch nur 20 Prozent des weltweiten Umsatzes erzielt. In Westeuropa ließen sich mehr als doppelt so hohe Preise erzielen. Insgesamt verkauften die Lkw-Hersteller der Studie zufolge 2007 weltweit rund 2,3 Millionen Neufahrzeuge für 100 bis 110 Milliarden Euro.

Von der Politik fordert die Branche die Harmonisierung der weltweiten Abgasnormen und den Ausbau der Infrastruktur zur Vermeidung von Staus und Unfällen. Für Europa wird nach Berechnungen von Fachleuten bis 2025 ein Anstieg des Güterverkehrs um rund 80 Prozent vorhergesagt. Da die Infrastruktur nicht mit diesem Tempo mitwachsen könne, stiegen die Anforderungen an Fahrzeugtechnik und die Fahrer, erläuterte MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson.

Assistenzsysteme bringen SicherheitEs wird daher immer intensiver daran gearbeitet, die Fahrer mithilfe von Fahrerassistenzsystemen zu unterstützen, um Unfälle zu vermeiden. Bei drohenden Auffahrunfällen assistiert "Adaptive Cruise Control" (ACC), Fehler beim Spurhalten korrigiert das "Lane Guard System" (LGS) und das elektronische Stabilitätsprogramm ESP vermeidet das gefährliche Umkippen eines Lasters. "Diese Systeme sind keine technische Spielerei", betont Samuelsson. Studien hätten bewiesen, dass sie viele Unfälle verhindern könnten.