Die erzielten Verbesserungen reichten nicht aus, um im Branchenvergleich erfolgreich be-stehen zu können, sagte Heitmann bei der Präsentation der Zahlen für das dritte Quartal.
Das Geschäft des viertgrößten deutschen Chemieunternehmens habe in diesem Zeitraum aber schon von den bisherigen Restrukturierungsmaßnahmen profitiert, unterstrich der Manager. In Lanxess war der überwiegende Teil des Chemie-Geschäfts sowie rund ein Drittel des Polymer-Geschäfts von Bayer zusammengefasst worden.
Heitmann teilte mit, dass Lanxess sein Verlust bringendes Dorlastan-Faser-Geschäft mit Standorten in Deutschland und den USA an das japanische Unternehmen Asahi Kasei Fibers (AKF) verkauft. Mit dem Abschluss des entsprechenden Kaufvertrages werde in Kürze gerechnet. Über den Kaufpreis hätten beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Am Standort Dormagen mit derzeit rund 280 Mitarbeitern werde AKF etwa 170 Beschäftigte unmittelbar übernehmen.
Den Angaben zufolge stieg der Konzernumsatz im dritten Quartal leicht um 0,7 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen hat um 41 Prozent auf 148 Millionen Euro zugelegt. Die Netto-Finanzschulden sind von knapp 1,3 Milliarden Euro auf 811 Millionen Euro verringert worden. Unter dem Strich blieb ein Verlust von 57 Millionen Euro nach minus fünf Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das Nettoergebnis wurde von Restrukturierungskosten in Höhe von 132 Millionen Euro belastet.
Analysten begrüßten die Zahlen und den Verkauf des Fasergeschäfts. Der Konzern sei auf dem richtigen Kurs zur Verbesserung seiner Profitabilität, hieß es bei Sal. Oppenheim. Positiv hoben Beobachter auch die gesunkene Nettoverschuldung hervor.
Heitmann zufolge verläuft die Umsetzung des Anfang Juni vorgelegten Sparprogramms für die beiden größten Verlustbringer, die Geschäftsbereiche Kunststoff und Feinchemie, schneller als erwartet. Das Programm ist mit einem Abbau von 960 Arbeitsplätzen verbunden. Für 2005 hatte Lanxess die Streichung von rund 200 Stellen angekündigt. Diese Zahl sei bereits übertroffen worden, hieß es.
Nach Angaben von Heitmann spricht Lanxess derzeit mit mehreren Interessenten für den Bereich Papierchemie. Im April hatte das Unternehmen die Prüfung von "strategischen Optionen" für den Bereich angekündigt. Heitmann sagte, er sei zuversichtlich, dass es wie geplant bis zum Jahresende eine Lösung geben werde.