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| 07:00 Uhr

Trotz Hitze
Landwirte hoffen auf normale Ernte

 Eine Staubwolke zieht ein Traktor beim Striegeln auf einem abgeernteten Getreidefeld hinter sich her.
Eine Staubwolke zieht ein Traktor beim Striegeln auf einem abgeernteten Getreidefeld hinter sich her. FOTO: dpa / Jens Büttner
Potsdam. Tagelang tropische Temperaturen. Erst gibt es kaum Regen, dann wieder viel. Jetzt ist wieder Hitze vorausgesagt. Wie verkraften das die Landwirte?

Die Gerste auf märkischen Feldern ist jetzt erntereif. In dieser Woche starten die Mähdrescher mit ihrer Arbeit, der Drusch beginnt. „Die Ähren lassen durchschnittliche Erträge erhoffen“, sagte Tino Erstling, Sprecher des Landesbauernverbandes, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Für die Agrarbetriebe beginne dann wieder die Hochzeit, in der nahezu rund um die Uhr gearbeitet wird, um das Getreide mit guter Qualität einzuholen.

Nach der Wintergerste - das erste Getreide der Saison - folgen Weizen, Roggen und Raps. „Wir hoffen auf durchschnittliche Ernte und Ertrag“, sagte Erstling. „Die Vorzeichen sprechen dafür.“

Laut Landesamt für Statistik wurden zwischen 2006 und 2010 im Durchschnitt rund 56 Dezitonnen Wintergerste je Hektar geerntet. Im vergangenen Dürrejahr waren es nur knapp 46 Dezitonnen.

Die Bauern mussten damit enorme Einbußen verkraften. Sie gingen aber davon aus, dass sich dieses Drama nicht wiederholt, sagte der Sprecher. Etliche Betroffene mussten Dürrehilfe beantragen und erhielten sie auch. Nach Angaben des Bauernverbandes lagen die Ernteverluste im vergangenen Jahr je nach Kultur und Standort zwischen 30 und 80 Prozent.

In dieser Saison sieht es nach Einschätzung der Agrarfachleute besser aus, trotz der tagelangen Hitze. „Gott sei Dank hat es zwischenzeitlich auch mal heftig geregnet, wenn auch regional unterschiedlich“, so der Sprecher. „Für die Kulturen ist das goldwert.“

Auch bei den folgenden Getreidesorten wie Weizen und Roggen sowie beim Raps stehe der Erntestart an, sagte er. Die Ähren seien reif und werden bei Trockenheit vom Halm geholt. Später stehen dann Mais und Kartoffeln an.

Erstling appellierte an die Autofahrer, sich auf Mähdrescher mit Überbreite auf den Straßen einzustellen. Es bestehe ein erhöhtes Unfallrisiko. Es werde aber auch dafür gesorgt, dass größere Verschmutzungen auf den Straßen zügig beseitigt werden, hieß es.

(dpa/bob)