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| 01:05 Uhr

Kugeln mit Stracciatella

Deutschlands älteste Schokoladenfabrik Halloren in Halle setzt auf „La Dolce Vita“: Stracciatella heißt die neueste Geschmacksrichtung der Original Hallorenkugel, dem Aushängeschild der fast 200-jährigen Firma. Mit Hilfe der süßen Stracciatella-Kreation und einer für September geplanten Sanddorn-Geschmacksrichtung will das Unternehmen neue Naschkatzen ködern und weiter wachsen. Von Petra Buch

Bereits im vergangenen Jahr konnte das Unternehmen gegen den Trend zulegen. Während die Süßwarenbranche ein Absatzminus von zwei Prozent beklagte, erwirtschafteten die 100 Mitarbeiter der Halloren Schokoladenfabrik GmbH (Halle) nach Angaben von Firmenchef Klaus Lellé einen Umsatz von 22 Millionen Euro. Das entsprach einem Plus von 6,8 Prozent.

Über zehn Geschmacksrichtungen
Maßgeblichen Anteil daran hatte die aus DDR-Zeiten bekannte Hallorenkugel. Inzwischen gibt es die Praline, deren klassische Variante aus einer Sahne-Kakao-Mischung besteht, in mehr als zehn Geschmacksrichtungen. Insgesamt gehören rund 100 Produkte zum Sortiment der Firma. Dazu zählen Mozart-Kugeln, Katzenzungen, Saisonware für Ostern und Weihnachten.
Der Super-Sommer hat dem Unternehmen allerdings zu schaffen gemacht, berichtet Lellé. "Den guten Start ins Jahr 2003 hat die Hitze im Mai, Juni und Juli gebremst." Bei tropischen Temperaturen wird wenig genascht. Und damit die Pralinen nicht schmelzen, musste in der Produktion und in den Lägern mehr als sonst gekühlt werden. Die Folge waren höhere Energiekosten.
Dennoch zeigt sich der Halloren-Chef zuversichtlich, die strategischen Ziele 2003 zu erreichen. Dazu gehören ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent sowie die weitere Ausweitung des Exports und des Geschäfts in den alten Bundesländern. "Wir haben schon frühzeitig viele Aufträge für Weihnachten geordert, setzen auf neue und traditionelle Markenprodukte, richten unser Geschäft weiter national und international aus - die Mischung macht es eben, so wie bei der Schokolade", sagt Lellé.
Rund ein Fünftel des Umsatzes erzielt das Unternehmen, zu dem auch die beiden Confiserie-Tochterfirmen Dreher (Bad Reichenhall/Bayern) und Weibler (Cremlingen/Niedersachsen) gehören, in Westdeutschland. Im Osten von der Ostsee bis zum Erzgebirge sind die Produkte aus dem Hause Halloren in fast jedem Süßwarengeschäft zu kaufen.

Auf den Geschmack gekommen
Auch in Übersee, so in Australien und Kanada, sowie in vielen Ländern Europas sind Süßmäuler laut Lellé auf den Geschmack von Halloren-Kugeln gekommen. Fünf Prozent der Produktion geht in den Export.
Die Form der Original Halloren-Kugel erinnert an die Knöpfe der Tracht der Halloren, der einstigen Salzwirker von Halle. Im Vorjahr wurden allein von der Leckerei 156 Millionen Stück produziert. Aneinander gereiht ergibt das eine Strecke von Halle nach Dubai. In diesem Jahr sollen 164 Millionen Stück hergestellt werden.
Nach Einschätzung der Wirtschaftsvereinigung der Ernährungsindustrie entwickelt sich die Süßwarenindustrie in Ostdeutschland zu einer erfolgreichen Branche. Zurzeit produzieren rund 40 der insgesamt 270 deutschen Süßwarenhersteller in den neuen Ländern mit rund 7500 Beschäftigten.