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| 06:33 Uhr

Entfristung von Arbeitsverträgen
Scholz will umstrittene Einstellungspraxis der Post ändern

Berlin. Ob ein Mitarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommt, macht die Deutsche Post auch davon abhängig, wie oft er krank gewesen ist. Bundesfinanzminister Scholz will den Einfluss des Bundes auf das Unternehmen nutzen und diese umstrittene Einstellungspraxis ändern.

Ob ein Mitarbeiter einen unbefristeten Arbeitsvertrag bekommt, macht die Deutsche Post auch davon abhängig, wie oft er krank gewesen ist. Bundesfinanzminister Scholz will den Einfluss des Bundes auf das Unternehmen nutzen und diese umstrittene Einstellungspraxis ändern.

"Diejenigen, die für uns im Aufsichtsrat sitzen, haben sich vorgenommen, darauf zu reagieren", sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz am Sonntag in der ARD-Sendung "Anne Will". Die Einstellungspraxis der Deutschen Post sei "nicht in Ordnung". Die befristete Beschäftigung müsse zurückgedrängt werden - "bei diesem Unternehmen genauso wie bei anderen".

Der Bund könne das bei der Deutschen Post nicht alleine ändern. "Aber wir können den Einfluss nutzen, den wir haben." Die Deutsche Post ist eine Aktiengesellschaft. Der Bund hält über die staatseigene KfW Bankengruppe rund 20,6 Prozent der Aktien und ist damit größer Einzelaktionär.

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, dass die Deutsche Post die Entfristung von Arbeitsverträgen von den Krankheitstagen eines Mitarbeiters abhängig macht. Ein Sprecher der Post in Bonn bestätigte den Bericht. Demnach dürfen Mitarbeiter in zwei Jahren nicht häufiger als sechsmal krank gewesen sein oder nicht mehr als 20 Krankheitstage angehäuft haben.

Weiter dürfen Mitarbeiter "höchstens zwei selbstverschuldete Kfz-Unfälle mit einem maximalen Schaden von 5000 Euro" verursachen. Außerdem dürften Postboten in drei Monaten nicht mehr als 30 Stunden länger für ihre Touren gebraucht haben als vorgesehen.

(wer)