"Ich appelliere an die EU-Abgeordneten, den Beschäftigungs- und Innovationsmotor Automobilwirtschaft nicht abzuwürgen", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf gestern in Berlin. Es müsse jetzt schnell Klarheit geschaffen werden, forderten IG Metall-Chef Berthold Huber und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). "Mit einer langen Hängepartie ist weder dem Klima, noch der Industrie und den Beschäftigten geholfen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Der in dem Dossier federführende Umweltausschuss hatte am Donnerstag überraschend dafür gestimmt, dass der CO2-Ausstoß durch technische Verbesserungen bei der Auto-Flotte von 2012 an im Schnitt auf 130 Gramm pro Kilometer sinken soll. Weitere zehn Prozent sollen durch Öko-Innovationen wie Leichtlaufreifen oder Solardächer erreicht werden. Jedes zusätzlich ausgestoßene Gramm soll ab 2015 mit 95 Euro "bestraft" werden. Zudem plädierte der Ausschuss dafür, das verbindliche Ziel festzulegen, bis 2020 die Werte auf 95 Gramm zu senken.

Parlamentsplenum und Mitgliedstaaten müssen der Ausschuss-Entscheidung allerdings noch zustimmen.

Die EU-Kommission begrüßte das Votum. "Jede Position, die unserem ursprünglichen Vorschlag ähnelt, ist uns natürlich willkommen", sagte die Sprecherin von Umweltkommissar Stavros Dimas gestern in Brüssel.

Die deutsche Autoindustrie fürchtet durch die hohen Strafgelder Milliardenzahlungen. "Was wir brauchen ist ja eine Regelung in der Zukunft, die wirklich erreichbar ist", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Automobilindustrie, Thomas Schlick, im Deutschlandradio Kultur. Deshalb trete die Automobilindustrie weiterhin für eine stufenweise Regulierung ein. Ein starrer Grenzwert schon ab 2012 helfe weder der Umwelt noch der Industrie, sagte Schlick. dpa/ck