Alexander Mamut übernehme das Telekommunikationsunternehmen für 861 Millionen Dollar (593 Millionen Euro), berichtete die russische Zeitung "Kommer-sant" gestern. Das Geschäft stehe kurz vor dem Abschluss, sagte auch Evroset-Gründer und -Miteigentümer Jewgeni Tschitschwarkin der Zeitung.

Zuvor hatte die Justiz eine Untersuchung gegen zwei Manager des Mobilfunkers eingestellt. Diesen war Entführung und Erpressung vorgeworfen worden. Evroset hatte zudem auch im Mittelpunkt von Ermittlungen der russischen Steuerbehörden gestanden. Miteigentümer Tschitschwarkin gilt als Regierungskritiker in Russland. Er fährt ein auffallendes Auto aus sowjetischer Zeit, das mit Lenin-Postern beklebt ist.

Evroset ist mit mehr als 5000 Geschäften in 1450 Städten der ehemaligen Sowjetunion vertreten. Das Unternehmen sticht durch einen Service nach US-Vorbild hervor - und unterscheidet sich damit deutlich von vielen anderen Unternehmen in Russland.

Mamut hatte in den 90er-Jahren im russischen Bankensektor ein Vermögen gemacht. Er war unter anderem auch Berater des früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin. Sein Vermögen schätzte das Magazin Forbes dieses Jahr auf 1,2 Milliarden Dollar (827 Millionen Euro). AFP/B.M.