Die Kreditwirtschaft macht Front gegen Pläne der Bundesregierung für ein Trennbankensystem. Die Abspaltung riskanter Geschäfte von Kundeneinlagen in eigene Handelsgesellschaften sei mit sehr hohem Aufwand und immensen Kosten verbunden, kritisieren die Verbände der Privat-, Landes- sowie Genossenschaftsbanken. Schon deshalb sollten die Ergebnisse der Analysen auf EU-Ebene zu den Auswirkungen eines Trennbankensystems abgewartet werden. Es bestehe keinerlei Grund für einen nationalen Alleingang.

Die Kreditwirtschaft teile das Ziel der Bundesregierung, die Stabilität der Finanzmärkte zu erhöhen. Durch den vorgelegten Gesetzentwurf könne aber die Gefahr entstehen, dass die Leistungsfähigkeit der Kreditwirtschaft beeinträchtigt werde.

Von den Plänen betroffen sein dürfte vor allem die Deutsche Bank. Der Co-Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Geldhauses, Anshu Jain, betont: "Wir sind weiterhin überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft bei einer deutschen Bank mit einem wirklich integrierten und globalen Service bestens aufgehoben ist." Regulierungsvorschriften, die europäische Banken behindern, verschafften führenden Wettbewerbern in Nordamerika einen entscheidenden Vorteil.

L aut Gesetzentwurf soll das Kundengeschäft dann abgeschirmt werden, wenn die riskanten Geschäfte "einen bestimmten Umfang erreicht haben". Eine verpflichtende Abtrennung gilt nur ab einem Schwellenwert: Die Vermögenswerte der riskanten Geschäftstätigkeiten müssen mehr als 20 Prozent der gesamten Bilanzsumme ausmachen oder größer als 100 Milliarden Euro sein. Bei Überschreiten des Schwellenwertes muss das Eigengeschäft - also der nicht kundenbezogene Handel mit Finanzinstrumenten im eigenen Namen auf eigene Rechnung - in einer eigenständigen Handelsgesellschaft gebündelt werde n.