Die Stimmung in der Lausitzer Industrie ist im Keller. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern (IHK) Cottbus und Dresden hervor. Im Herbst hat die konjunkturelle Stimmung deutlich nachgegeben.

Am meisten macht Industrie und Handwerk der Fachkräftemangel zu schaffen. Darin sehen die befragten Unternehmen das größte Geschäftsrisiko. Die Schwierigkeiten, gutes Personal zu finden, trüben die Gesamtstimmung ein – obwohl die Umsätze insgesamt leicht gestiegen sind.

Skepsis und Unsicherheit wirken sich aus auf die Erwartungen für das nächste Jahr. Branchenübergreifend geht jedes vierte Unternehmen davon aus, dass sich die Geschäfte 2020 verschlechtern werden.

Das ist eine Zäsur, „nachdem wir im Frühjahr 2018 ein Allzeit-Stimmungshoch verzeichnen konnten“, sagt Detlef Hamann, Hauptgeschäftsführer der IHK Dresden. Nur noch 44 Prozent der Betriebe aus Industrie, Baugewerbe und Handel berichten von guten Geschäften – vor einem Jahr waren es noch 53 Prozent.

Cottbus/Dresden

Diese Betriebe waren laut Hamann über lange Zeit „Konjunkturlokomotive“ der Region. Viele Hoffnungen setzen die Vereinigungen der lokalen Wirtschaft deshalb in die Förderungen durch die Bundespolitik. Es werde entscheidend, so Hamann, „wie die Weichenstellungen für künftige Wirtschaftsstrukturen in der Lausitz für diese wichtige Branche ausfallen.“

An der 9. Lausitzer Konjunkturumfrage haben sich rund 700 Unternehmen aus den Landkreisen Bautzen, Görlitz, Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und der Stadt Cottbus beteiligt. Um ihre Arbeit zu schaffen, setzen immer mehr dieser Unternehmen auf Arbeitnehmer aus dem Ausland.