Der 500-Euro-Geldschein soll bis Ende Januar 2019 in der Eurozone nicht mehr ausgegeben werden. Nur in Deutschland und Österreich bringen die Bundesbanken die lila Banknoten noch drei Monate länger, bis zum 26. April 2019, in Umlauf. Ich hatte so einen Schein bisher nicht mal in der Hand. Sie? Vielleicht ist das gar nicht schlimm. Denn die Zentralbanken des Eurosystems haben das Aus des 500ers beschlossen, um Geldwäsche, Schwarzarbeit und Terrorismusfinanzierung zu erschweren, wie das Bundeskriminalamt (BKA) in seinem Bericht zur Falschgeld-Kriminalität für 2017 erläutert.

Darin steht auch, dass 500-Euro-Scheine entgegen dem Trend häufiger gefälscht wurden als im Vorjahr 2016. Ursächlich dürfte „unter anderem der Modus Operandi des Inverkehrbringens bei Privatverkäufen hochwertiger Gebrauchtartikel sein“, heißt es weiter. Wer also Opas goldene Armbanduhr oder das geerbte Gemälde zu Barem machen will, gerät in Gefahr, von windigen Gebrauchthändlern mit zusammengerollten Faschgeldbündeln in der Gesäßtasche abgezockt zu werden. 5309 falsche 500er fielen dem BKA vergangenes Jahr auf.

Insofern gut. Diejenigen mit dünnen Brieftaschen und lappigen Zwanzigern darin dürften kaum unter besonderer Beobachtung der Ermittler stehen. Ob es etwas bringt, eine Banknote nicht mehr auszugeben, um Kriminalität einzudämmen, ist übrigens umstritten. Das Zahlungsmittel bleibt gültig, kann also weiter die Besitzer wechseln, bei der Bank eingezahlt, in Tresoren oder im Wald vergraben werden.

Derzeit, das besagt die Statistik der Europäischen Zentralbank EZB, sind mehr als 520 Millionen der 500er im Umlauf: über 260 Milliarden Euro. Was man davon alles kaufen könnte! Den Lausitzern, die in den nächsten Jahren einen beispiellosen Strukturwandel, verbunden mit dem schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung, meistern müssen, fiele da schon etwas ein.

Allerdings werden Investitionen in Bahnstrecken, Straßen oder Industrieanlagen in der Regel nicht in bar bezahlt. Und Normalverbraucher sind mit kleinen Scheinen ganz gut bedient: 20 Euro hier ausgereicht, 50 Euro dort gelassen, wieder 100 Euro weg für den Einkauf, kennt man ja. Sagen wir also leichten Herzens: Tschüss, lila 500er!