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Handel
Kaufkraft entscheidet über Investitionen des Handels

Nürnberg/Dresden. Interessant für den Handel sind nicht nur die durchschnittlichen Ausgabepotenziale pro Kopf (Kaufkraft) und Jahr, sondern auch, wo sich die Kaufkraft ballt. Das ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung regelmäßig. pm/moe

Interessant für den Handel sind nicht nur die durchschnittlichen Ausgabepotenziale pro Kopf (Kaufkraft) und Jahr, sondern auch, wo sich die Kaufkraft ballt. Das ermittelt die Gesellschaft für Konsumforschung regelmäßig. Bei der Erhebung für das Jahr 2017 stellte sie fest: Die 25 einwohnerstärksten der 402 deutschen Kreise machen bereits ein Viertel der gesamten Kaufkraftsumme Deutschlands (1827,5 Milliarden Euro). Die Kaufkraftsumme für Gesamtdeutschland ergibt eine durchschnittliche rechnerische Pro-Kopf-Kaufkraft von 22.239 Euro, die die Deutschen im Jahr 2017 für Konsum ausgaben, Wohnen, Freizeit oder Sparen zur Verfügung haben.

Die 25 einwohnerstärksten Kreise Deutschlands haben der GfK zufolge eine Pro-Kopf-Kaufkraft, die nur rund 4,6 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 22 239 Euro liegt.

Zu den Top 25 gehören die Stadtkreise Berlin (71.773-Euro pro Kopf), München und Hamburg, aber auch der Stadtkreis Leipzig (10.826-Euro Kaufkraft pro Kopf) und der Stadtkreis Dresden mit 10.997 Euro pro Einwohner.

Zur Ursache der unterdurchschnittlichen Pro-Kopf-Werte trotz hoher Einwohnerzahlen merkt die Gesellschaft für Konsumforschung an, dass sich in großen Stadtkreisen auch viele weniger kaufkräftige Menschen sammeln, wie etwa Studenten in Universitätsstädten.

 In der Liste der 25 einwohnerstärksten Kreise fällt entsprechend auch der Stadtkreis Duisburg auf, der bei der Pro-Kopf-Kaufkraft 15 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Aber auch andere Ruhrgebiet-Stadtkreise wie Dortmund und Essen oder die Städteregion Aachen liegen unter dem gesamtdeutschen Kaufkraftdurchschnitt, ebenso wie Bremen. Auch die drei einwohnerstärksten ostdeutschen Kreise – Berlin, Leipzig und Dresden – liegen zwischen acht und 13 Prozent unter der gesamtdeutschen Durchschnittskaufkraft. Sie bieten aber ebenso wie die anderen einwohnerstarken Kreise aufgrund ihrer Kaufkraftmasse attraktive Rahmenbedingungen beispielsweise für Handelsstandorte.

Die regionalen GfK-Kaufkraftdaten sind eine wichtige Grundlage der Vertriebs- und Marketingplanung und der Investitionsentscheidungen des Einzelhandels. Entscheidend ist eine realistische Abbildung der regionalen Verteilung der Kaufkraft. Die Kaufkraft einer Region ist ein Durchschnittswert der dort lebenden Bevölkerung. Sie sagt nichts über die Kaufkraft einzelner Personen, die Kaufkraft je Haushalt oder über die Einkommensverteilung und damit die Schere zwischen „Arm“ und „Reich“ aus, betont die GfK.