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| 14:32 Uhr

Innogy-Zerschlagung
Kartellexperte sieht keine Probleme bei Eon-RWE-Deal

FOTO: dpa, rwe vfd tmk wst
Am Sonntagmorgen sorgte die Ankündigung, dass Eon die RWE-Tochter Innogy übernehmen und zerschlagen will, für Aufsehen. Wettbewerbsexperte Justus Haucap sieht in der Übernahme von Innogy durch Eon kein Problem. Antje Höning

"Aus Wettbewerbssicht ist der Deal ziemlich unproblematisch. Die Netze unterstehen ohnehin der Regulierung durch die Bundesnetzagentur oder Landesregulierungsbehörden, dabei ist es völlig egal, ob Innogy oder Eon die Eigentümer sind" sagte Justus Haucap, Professor an der Universität Düsseldorf und früher Mitglied der Monopolkommission, unserer Redaktion.

Auch im Stromvertrieb sieht er wenig Probleme: "Im Vertrieb haben wir sowohl bei Geschäftskunden als auch bei Privatkunden einen sehr aktiven Wettbewerb mit zahlreichen Anbietern. Ob es da nun einen Anbieter mehr oder weniger gibt, ist für den Wettbewerb fast egal."

Haucap verwies auf die Entwicklung des Marktes: "Vor zehn Jahren hätte ich eine solche Fusion anders beurteilt und die Kartellbehörden hätten ein solches Vorhaben wohl auch kaum genehmigt. Inzwischen ist die Marktmacht der ehemals 'großen vier' aber fast völlig zerbröselt und die Fusion daher auch nicht kritisch."

Altmaier sieht Energiewende als Motiv für Eon-Innogy-Fusion

Aus Sicht des künftigen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die Übernahme von Innogy durch Eon mit der Energiewende zu tun. "Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung", sagte der Kanzleramtsminister unserer Redaktion. Diese Entscheidung mache deutlich, "dass die großen Energieversorger sich auf die Energiewende einstellen und neue Geschäftsmodelle etablieren", erklärte der CDU-Politiker.