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| 18:28 Uhr

Arbeitsmarkt
Jedes dritte Speed-Datingführt zum Arbeitsvertrag

Cottbus/Bautzen. Erfolg auch abseits klassischer Bewerbungswege. Da geht noch mehr.

Die niedrigsten Arbeitslosenzahlen zu einem Jahresbeginn seit 1991 sind im Januar in Berlin und Brandenburg registriert worden. Auch Sachsen folgt diesem Trend. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Cottbus ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zu Dezember um 0,7 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent angestiegen. 21 441 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet. Das sind 2132 mehr als vor einem Monat, aber 2607 weniger als vor einem Jahr. Rechnet man dieser Zahl auch alle Männer und Frauen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hinzu, waren in Südbrandenburg im Januar real insgesamt 27 978 Personen ohne Arbeit, 1568 mehr als im Dezember 2018, aber 3832 weniger als im Januar vor einem Jahr.

 „Wir sind in einem positiven Fluss, Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit sind im Vergleich zum Jahresbeginn 2018 weiter deutlich zurückgegangen. Auch die Jugendarbeitslosigkeit. Da sind wir sehr ambitioniert, denn wir brauchen jeden Jugendlichen. Es gibt keinen Bereich, in dem es keine Fachkräftenachfrage gibt“, berichtet Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist deutlich unter 8000 gesunken. Müller zufolge ist das „nicht nur, aber auch darauf zurückzuführen, dass die Arbeitsagenturen vor Ort versuchen, jeden möglichst schnell wieder in Arbeit zu vermitteln, sodass niemand mehr in Hartz IV fällt.“ Müller: „Wir brauchen die Leute dringend für unseren Arbeitsmarkt.“

Dem Cottbuser Agenturchef zufolge gibt es in Südbrandenburg „pro Woche durchschnittlich nur noch einen Übertritt in Hartz IV.“ Daran habe auch die Schnellvermittlung in freie Stellen per Speed-Dating von Angesicht zu Angesicht einen Anteil. „Wir haben im vergangenen Jahr 1725 Speed-Datings durchgeführt, so viele wie keine andere Arbeitsagentur. Dabei konnten wir 583 Menschen zusätzlich in Arbeit vermitteln, das heißt, jedes dritte Speed-Dating führt zu einem Ergebnis“, resümiert Müller und steckt das Ziel für 2019 höher ab: „40 Prozent der Speed-Datings muss erfolgreich sein.“ Das wird kein leichtes Unterfangen, wie der Agenturchef deutlich macht, „weil wir nicht nur motivierte Bewerber haben. 2018 blieben rund 30 Prozent der eingeladenen Leistungsempfänger unseren Vermittlungsaktionen fern“. Im Agenturbezirk Bautzen waren im Januar 20 438 Menschen arbeitslos gemeldet, 2011 mehr als im Dezember 2018. Rund ein Viertel aller Personen, die sich neu arbeitslos meldeten, kamen aus dem Hoch- und Tiefbau sowie dem Innenausbau. „Insgesamt waren 1572 Männer und Frauen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr“, berichtet Ilona Winge-Paul, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Bautzen. Parallel dazu stieg die Zahl gemeldeter freier Stellen. „Dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Bautzen standen im Januar rund 4300 sozialversicherungspflichtige Stellen für die Vermittlung zur Verfügung, 5,7 Prozent mehr als vor einem Jahr. Diese Entwicklung zeigt, dass auch weiterhin ein hoher Bedarf an Personal in der regionalen Wirtschaft besteht.“

Im Agenturbezirk Cottbus wurden im Januar gut 1100 neue Jobangebote zur Vermittlung gemeldet. „Das ist ein guter Wert für einen Januar“, sagt Heinz-Wilhelm Müller, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Cottbus. Insgesamt stehen in Südbrandenburg knapp 6000 freie Arbeitsstellen zur Verfügung. Das sind 36 mehr als im Januar 2018.