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| 22:30 Uhr

Wirtschaft
Jänschwalde: Stilllegung auf Raten

Im Kraftwerk Jänschwalde geht im Oktober der erste Block in die Sicherheitsbereitschaft.
Im Kraftwerk Jänschwalde geht im Oktober der erste Block in die Sicherheitsbereitschaft. FOTO: Frank Hilbert
Jänschwalde. Am 1. Oktober wird der erste 500-Megawatt-Block im Lausitzer Kraftwerk eingemottet.

Am 1. Oktober geht der erste von zwei 500-Megawatt-Blöcken im Leag-Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) in die von der Bundesregierung beschlossene Sicherheitsbereitschaft.

Seit fast drei Jahren bereiten sich die Lausitzer Kraftwerker auf diesen Tag vor. Der Schritt ist technisch anspruchsvoll und fordert wirtschaftlich in der Lausitz zunächst einen hohen Preis.

Nach Aussagen von Leag-Chef Helmar Rendez gehen mit der Stilllegung Hunderte Jobs verloren. Im Kraftwerk und Tagebaubetrieb fielen dadurch 600 Jobs weg. Sie sollen über vorgezogene Renteneintritte abgebaut werden. „Wir benötigen dann aber auch weniger Instandhaltungsleistungen“, so Rendez. Dadurch würden bei Zulieferern und Servicefirmen etwa 1000 weitere Jobs nicht mehr gebraucht.

Zuerst geht der jüngste von insgesamt sechs Blöcken in Jänschwalde in die Sicherheitsbereitschaft. Er hat eine Laufzeit von drei Jahrzehnten auf dem Buckel. Nach Angaben von Rendez könnte er jedoch viel länger laufen. Die Entscheidung für diesen Block sei aus technischen Gründen gefallen, weil er am leichtesten auszukoppeln und zu sichern sei.

Ein Jahr später folgt ein zweiter 500-MW-Block in Jänschwalde. Bundesweit wird bis nächstes Jahr eine Kapazität von insgesamt 2700 Megawatt in deutschen Braunkohle-Kraftwerken in diese Bereitschaft versetzt.

Die Anlagen verbleiben für vier Jahre in dem Bereitschaftszustand, dann werden sie endgültig stillgelegt. Die Leag wird für diese Bereithaltung entschädigt. Länder Seite 5