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| 12:09 Uhr

Studie
Schlichtungen bringen meistens Tariffrieden

Bauarbeiter aus ganz Deutschland protestieren vor dem Beginn der Schlichtung in Berlin.
Bauarbeiter aus ganz Deutschland protestieren vor dem Beginn der Schlichtung in Berlin. FOTO: dpa, tba
Köln. Schlichtungen, wie sie heute im Bau beginnen, sind meistens erfolgreich: Dies zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die unserer Redaktion vorab vorliegt. Seit 2000 kam es in sieben Branchen zu 38 Schlichtungsverfahren, die meisten davon im Luftverkehr, wo neun Konflikte in die Schlichtung gingen. "In 26 der 38 Verfahren konnte eine Einigung erzielt werde, was einer Erfolgsquote von 68 Prozent entspricht", so die IW-Experten Hagen Lesch und Christian Kestermann.Im öffentlichen Dienst sind dabei nur 20 Prozent der Schlichtungen erfolgreich beendet worden, während in den übrigen Branchen die Erfolgsquote mindestens bei 60 Prozent lag.

Schlichtungen, wie sie am Montag im Bau begonnen haben, sind meistens erfolgreich: Dies zeigt eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft, die unserer Redaktion vorab vorliegt.

Mitarbeiter des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) haben sich 14 Branchen näher angeschaut. Seit dem Jahr 2000 kam es in sieben Branchen zu insgesamt 38 Schlichtungsverfahren, die meisten davon im Luftverkehr, wo neun Konflikte in die Schlichtung gingen. "In 26 der 38 Verfahren konnte eine Einigung erzielt werde, was einer Erfolgsquote von 68 Prozent entspricht", schreiben die IW-Experten Hagen Lesch und Christian Kestermann in ihrer Studie.

Allerdings gibt es je nach Branche deutliche Unterschiede: So sind im öffentlichen Dienst nur 20 Prozent der Schlichtungen erfolgreich beendet worden, während in den übrigen Branchen die Erfolgsquote mindestens bei 60 Prozent lag. Am erfolgreichsten schlichtet die Deutsche Telekom, wo alle vier Verfahren zu einer Einigung führten.

"Die schlechte Quote im Öffentlichen Dienst geht vor allem auf das Verhalten der Gewerkschaften zurück. Sie haben dreimal - in den Jahren 2000, 2008 und 2015 - den Schlichterspruch abgelehnt, während die Arbeitgeber dies nur einmal im Jahr 2002 taten", schreiben die Autoren. Im Bauhauptgewerbe kommt es ab dem heutigen Montag zur siebten Schlichtung seit der Jahrtausendwende, von den vergangenen sechs Verfahren haben zwei Drittel zu einem Tarifabschluss geführt.

Schlichtung für Bau-Tarifrunde begonnen

Für rund 800 000 Bauarbeiter haben am Montag in Berlin Schlichtungsverhandlungen über die künftigen Tariflöhne begonnen. Als Schlichter fungiert der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement. "Ich gehe mit ziemlicher Zuversicht in diese Schlichtung", sagte Clement zum Auftakt. Es liege allerdings "eine Menge auf dem Tisch".

Die Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hatte die Tarifverhandlungen nach drei Runden für gescheitert erklärt. Sie verlangt außer sechs Prozent mehr Lohn eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen. Die Arbeitgeber hatten nach eigenen Angaben ein Gesamtvolumen von sechs Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten in Aussicht gestellt.

(maxi)