"Trotz weiterhin ungünstiger Marktsituation haben wir damit unser wichtigstes Ziel erreicht", sagte Vorstandschef Stephan Schambach gestern bei der Vorlage der Zahlen.
Angesichts der Investitionszurückhaltung von Großunternehmen will der Vorstand weiter an der Kostenschraube drehen. "Die Kosten haben wir selbst in der Hand. Den Markt nur bedingt", erklärte Finanzvorstand Jürgen Schöttler. Er sieht Intershop nach dem Sanierungsprogramm und mit neuen Technologien für den Internet-Handel gut aufgestellt. Die Betriebskosten sollen ab dem zweiten Quartal auf rund 13 Millionen Euro sinken. Dadurch werde der Spielraum für Investitionen in Marketing und neue Produkte gesichert. Verbunden damit sei auch ein Personalabbau von derzeit 480 auf 450 Beschäftigte.
Trotz Umsatzeinbußen von 68,6 auf 45,1 Millionen Euro konnte der Vorstand den Unternehmensverlust im vergangenen Jahr von 131,8 Millionen auf 27,5 Millionen Euro drücken. Gleichzeitig sei der profitablere Umsatz mit Software-Lizenzen von 20,5 Millionen auf 22,5 Millionen Euro gestiegen. "Wir haben viel getan. Die Kehrtwende bei den Kosten ist geschafft. Der Verlust wurde von Quartal zu Quartal verringert", sagte Schöttler.
Nach Unternehmensangaben verbesserte sich der Bestand an liquiden Mitteln im vierten Quartal 2002 erstmals nach hohem Geldverbrauch in der Vergangenheit um 2,1 Millionen auf 22,5 Millionen Euro. Nach Angaben des Finanzvorstandes laufen weiter Gespräche mit Finanzinvestoren über eine Kapitalerhöhung. Dabei gehe es nicht um das laufende Geschäft. "Aber die Kapitalausstattung ist wichtig, um großen Kunden Vertrauen in die Zukunft von Intershop zu geben."
Im vierten Quartal hatte die Software-Schmiede erstmals seit eineinhalb Jahren beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schwarze Zahlen geschrieben. Der Nettoverlust belief sich auf eine Million Euro nach 24,7 Millionen Euro vor einem Jahr. Umgesetzt wurden zwölf Millionen Euro nach 8,9 Millionen Euro im dritten Quartal.
Intershop war Anfang der 90er-Jahre von dem heute 32-jährigen Schambach und zwei Partnern in Jena gegründet worden. (dpa/sm)