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| 01:02 Uhr

Insolvenzantrag gegen Walter Bau abgelehnt

Augsburg.. Gegen den in Existenznot geratenen Augsburger Konzern Walter Bau ist ein erster Insolvenzantrag beim Amtsgericht Augsburg abgelehnt worden. Ein westdeutsches Unternehmen habe den Antrag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt, sagte gestern Amtsgerichtspräsident Werner Möstel.

Die Gläubigerin habe jedoch keine Gründe für die Zahlungsunfähigkeit von Walter Bau glaubhaft machen oder konkrete Forderungen vorlegen können. Der Finanzengpass bei Walter Bau soll rund 150 Millionen Euro betragen.
Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sind die Januar-Löhne für die bei Walter Bau beschäftigten Arbeiter am 15. Januar ausgezahlt worden. Auch die Angestellten-Gehälter für Januar seien gesichert. Deutschlands drittgrößter Baukonzern hat rund 10 000 Beschäftigte.
Der Konzern führt seine aktuellen Finanzschwierigkeiten auf unbezahlte Rechnungen in Höhe von rund 450 Millionen Euro zurück. Davon könnten die ausstehenden Bankschulden von etwa 211 Millionen Euro leicht bezahlt werden, hieß es vor einiger Zeit aus dem Unternehmen.
Das Konsortium aus 27 Gläubigerbanken hat sich noch nicht auf das vorgelegte Sanierungskonzept für den Konzern geeinigt. Am Dienstag war nach Informationen aus Bankenkreisen eine in dem Rettungsplan vorgesehene Frist für die Liquiditätssicherung abgelaufen. Umstritten ist beispielsweise der geplante Verkauf der profitablen Bautechnik-Tochter Dywidag-Systems International (DSI). Das Sanierungskonzept sieht außerdem den Abbau von rund 400 Stellen in diesem Jahr vor.
Bei seinen Sanierungsbemühungen kann Walter Bau inzwischen auf Rückendeckung der niederländischen Großbank ABN Amro zählen. "Von ABN Amro kam am Mittag ein klares Signal", hieß es gestern aus mit der Situation vertrauten Kreisen in München. Bislang habe das Institut der Sanierung mit der erforderlichen Zwischenfinanzierung und den Bürgschaften ablehnend gegenüber gestanden. Walter Bau wollte sich auf Anfrage nicht äußern. (dpa/B.M.)