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| 08:54 Uhr

Berlin
Industrie will Härte gegen Trump

Berlin. Deutschland solle sich bei Zöllen nicht erpressen lassen, sagt der BDI.

Deutschland solle sich bei Zöllen nicht erpressen lassen, sagt der BDI.

Die deutsche Industrie hat der EU im Handelskonflikt mit den USA den Rücken gestärkt. Vor dem an diesem Freitag bevorstehenden Ende der Ausnahmefrist für Stahl- und Aluminiumzölle forderte Industrie-Präsident Dieter Kempf die EU auf, standhaft zu bleiben. "Europa darf sich von den USA nicht erpressen lassen", sagte Kempf am Sonntag in Berlin. "Es bleibt absolut richtig, dass die EU auf einer dauerhaften Ausnahme von Importbeschränkungen für Stahl und Aluminium besteht." Erst dann sollte über die Aufnahme grundsätzlicher Handelsgespräche mit den USA diskutiert werden.

Trump hat den EU-Staaten mit zusätzlichen Zöllen auf Aluminium und Stahl gedroht. Die Frist dafür läuft am 1. Juni aus. Die EU ist zu Handelsgesprächen bereit, wenn die USA dauerhaft auf die Zölle verzichten. Führende Ökonomen forderten dagegen die EU auf, ihre Import-Zölle einseitig zu senken. Das sei die einzig akzeptable Reaktion auf die aggressive Anti-Freihandelspolitik von US-Präsident Donald Trump, argumentieren sie laut der "Welt am Sonntag".

Der Abbau von Zöllen und anderen Hürden im transatlantischen Handel muss nach den Worten von Industriepräsident Kempf ein langfristiges Ziel von Verhandlungen bleiben. Die Öffnung beider Märkte müsse auf Gegenseitigkeit beruhen. "Ein reines Zollabkommen mit den USA wäre aus Sicht der deutschen Industrie zu kurz gegriffen", schränkte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) ein.

Kritisch bewertete der BDI die vom US-Präsidenten veranlasste Prüfung von höheren Zöllen auf Autoimporte. Äußerst besorgniserregend sei, dass die USA Einfuhren mit dem irreführenden Argument nationaler Sicherheit beschränken wollen.

(dpa)