Die Stadtstaaten Hamburg (2,2 Prozent) und Bremen (2,1) haben ebenfalls vergleichsweise hohe Gründerquoten, wie KfW-Experte Georg Metzger in seiner am Freitag in Frankfurt am Main veröffentlichten Analyse berichtet.

Abgeschlagen mit einer Quote von nur 1,1 Prozent landen die ostdeutschen Flächenländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen am Ende des Rankings. "Die geringere Verdichtung der ostdeutschen Flächenländer dürfte ein Grund dafür sein, dass sie am Ende der Rangliste stehen", sagte Metzger. Zum Vergleich: In Hessen liegt die Quote bei zwei Prozent, in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bei 1,7 und in Sachsen bei 1,4 Prozent.

Dass in den Stadtstaaten, in denen viele Menschen auf überschaubarem Raum leben, mehr Menschen eine Geschäftsidee verwirklichen, überrascht Metzger nicht: "Denn kurze Wege sind insbesondere für Dienstleistungen und Handel vorteilhaft, also für Sektoren mit einer traditionell hohen Selbstständigenquote." Hingegen ist die Gründungstätigkeit in industriell geprägten Regionen tendenziell geringer, wie Metzger erklärt: "In den betreffenden Bundesländern ist es leichter, einen gut bezahlten Job bei einem Mittelständler oder Großunternehmen zu bekommen." In Deutschland haben sich laut KfW im vergangenen Jahr 915 000 Menschen selbstständig gemacht, 47 000 mehr als im Vorjahr.