ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:45 Uhr

Immobilienpreise am Flughafen steigen

Grund und Boden in den Einflugschneisen des künftigen Flughafens sind keineswegs von Wertverlust bedroht.
Grund und Boden in den Einflugschneisen des künftigen Flughafens sind keineswegs von Wertverlust bedroht. FOTO: dpa
Blankenfelde-Mahlow. Eigentlich würde man nicht erwarten, dass Grundstücke in Flughafennähe zum Wohnen gefragt sind. Doch am künftigen Hauptstadt-Airport kennen die Preise derzeit nur eine Richtung. dpa/jam

Die Preise für Wohnimmobilien am künftigen Hauptstadtflughafen sind zuletzt weiter gestiegen. Ob für Bauland oder Eigentumswohnungen: Im Süden Berlins und in den angrenzenden Landkreisen in Brandenburg registrierten die amtlichen Gutachterausschüsse für Grundstückswerte für das vergangene Jahr einen erneuten Anstieg.

Im Landkreis Teltow-Fläming schauen die Experten seit 2006 auf die Entwicklung in den vier flughafennahen Orten Blankenfelde-Mahlow, Großbeeren, Ludwigsfelde und Rangsdorf. Während die Immobilienpreise dort zunächst nach unten gingen, ziehen sie seit 2011 wieder deutlich an. Ein Quadratmeter Bauland kostete in Blankenfelde-Mahlow Ende des vergangenen Jahres 67 Euro, nach 60 im Vorjahr. In Ludwigsfelde stieg der Preis von 74 auf 86 Euro. "Makler berichten, sie könnten mehr Grundstücke vermitteln, wenn es denn welche gäbe", erzählt die Ausschuss-Vorsitzende Anett Thätner. Eigentumswohnungen würden ebenfalls besser laufen. Zuletzt sei die Zahl der Kaufgeschäfte stark gestiegen.

Auch im südlichen Berlin stiegen die Immobilienpreise weiter an oder blieben zumindest konstant. In Lichtenrade kostet ein Quadratmeter Baufläche für Ein- und Zweifamilienhäuser aktuell im Schnitt 210 Euro. Vor einem Jahr waren es noch 200 Euro. Auch in Flugroutengebieten wie Alt-Glienicke, Bohnsdorf, Lichterfelde, Rudow oder am Wannsee würden Immobilien teurer.

Parallel dazu entwickelte sich der Markt in Dahme-Spreewald. Es gebe reichlich Käufe etwa in Eichwalde, Schulzendorf oder Miersdorf, vermeldete die Vize-Chefin des dortigen Gutachterausschusses, Judith Killiches. Makler berichteten von Anfragen von Piloten, die nah am künftigen Flughafen wohnen wollten.

Fluglärmgegner argumentierten in der Vergangenheit auch mit einem angeblich drohenden Wertverlust von Grund und Boden. Doch Gemeinden oder Stadtteile in den Einflugschneisen des geplanten Flughafens verzeichnen bereits seit Jahren anziehende Preise.