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| 02:40 Uhr

Im Osten gurgelt die Filtermaschine

Café Crème, Espresso und Latte Dingsda? Ach was. In Brandenburg und Sachsen wird der Kaffee ordentlich gefiltert, da macht uns kein Kenner was vor. Die Deutschen im Allgemeinen trinken unfassbare Mengen des schwarzbräunlichen Suds. Das wirkt – in den Kassen der Kaffeeröster.

Hier liegen Brandenburger und Sachsen ganz vorn: In 84 Prozent der brandenburgischen und 81,4 Prozent der sächsischen Haushalte gurgelt nämlich noch die gute alte Filterkaffeemaschine vor sich hin. Im deutschen Westen, da setzen sie inzwischen eher auf Kaffeevollautomaten. Zumindest diejenigen, die es sich leisten können, ihr Geld statt in einen neuen Kleinwagen lieber in eine chromglänzende Epresso-Aufschäum-Selbstreinigungs- und "Latte Matschiatoh"-Anlage zu investieren.

Die Verfasser des Tchibo-Kaffeereports 2017 sind allerdings der Meinung, dass die Einwohner in Ost und West die Liebe zum Kaffee eine. Wobei die dazu in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass zwar mehr als die Hälfte der Bundesbürger mehrmals täglich Kaffee trinkt. Aber so richtig schmeckt's demnach nur knapp jedem zweiten Kaffeetrinker.

Geschweige denn, dass man von dem Gesöff munter würde: Kaffee verleihe ihnen Energie, behaupten bloß 42,4 Prozent der Konsumenten. Sonst gäbe es ja auch diejenigen Kollegen im Büro nicht, die selbst kurz vor Feierabend noch zwei Becher ausgekühlte, säuerliche Filterplörre in sich hineinschütten. Und dann später auf dem Sofa vorm Fernseher nicht mal mehr eine Flasche Bier schaffen, da sie vorher einschlafen.

162 Liter Kaffee trinkt jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Die Röstereien gehen davon aus, dass der Marktwert des in Deutschland verkauften Röstkaffees bis 2020 von derzeit etwa 4,1 Milliarden auf 4,7 Milliarden Euro steigen wird. Um die Brauereien müssen wir uns da eher sorgen. Denn nur noch 2,3 Prozent der Befragten sagen, sie tränken mehrmals täglich Bier. Liegt, scheint's, auch am Kaffee.