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| 15:00 Uhr

Konjunkturumfrage
Lausitzer Unternehmer werden vorsichtiger

 Baugwerbe
Baugwerbe FOTO: LR / Schubert
IHK-Umfrage zeichnet differenziertes Bild über Zukunftserwartungen.

Ein bisschen ist es fast zu hören, das „Aufatmen“ in der Lausitzer Wirtschaft, nachdem die Bundesregierung in dieser Woche nun endlich die wichtigen Eckpunkte für die Strukturentwicklung beschlossen hat. Dabei hielten sich Überraschungen naturgemäß in Grenzen. Seit Monaten hatten auch Vertreter der Wirtschaftskammern in Südbrandenburg versucht, ihre Vorschläge, Ideen und Wünsche bei der Erarbeitung der Grundlagenpapiere in Berlin einzubringen. Die meisten wünschen sich jetzt möglichst schnell einen klaren gesetzlichen Rahmen und vor allem möglichst bürokratiearme Umsetzungsverfahren.

Anhaltspunkte über die aktuelle Stimmung in der Lausitzer Wirtschaft gibt die traditionelle Frühjahrs-Konjunkturumfrage, die am Donnerstag in Cottbus präsentiert worden ist.

Die Unternehmen in Südbrandenburg sind demnach mit moderaten Erwartungen ins Geschäftsjahr gestartet. Es bleibt bei einem Wachstum, aber das ist inzwischen weit entfernt von dem Allzeithoch, das vor einem Jahr gemessen worden war. Die Skepsis in den Firmen wächst.

Ein Thema gewinnt dabei inzwischen schon mit Ansage zunehmend an Bedeutung. Für viele Unternehmen wird es immer schwerer, Nachwuchs und neue Mitarbeiter zu finden. Der Hauptgeschäftsführer der IHK-Cottbus Marcus Tolle redet in diesem Zusammenhang Klartext: „Wir müssen in Südbrandenburg an unserem Image arbeiten, damit die Region für Zuwanderer aus dem In- und Ausland wieder attraktiver wird“, sagte Tolle am Donnerstag vor der Presse bei der Vorstellung der aktuellen Konjunkturzahlen.

Unabhängig davon, erwarten stattliche 93 Prozent der befragten Unternehmen im Kammerbezirk Cottbus gute oder gleichbleibende Geschäfte in den kommenden Monaten. Die Bauwirtschaft boomt nach wie vor. Dort sind die Auftragsbücher prall gefüllt und auch die meisten Neueinstellungen geplant.

Steigende Energie- und Rohstoffpreise aber dämpfen die Erwartungen. Hinzu kommen die immer noch bestehenden Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit dem anstehenden wirtschaftlichen Strukturwandel im Süden Brandenburgs. Am größten sind die Unsicherheiten in der Industrie und beim Dienstleistungsgewerbe. Die Händlerschaft rechnet dagegen größtenteils mit einer stabilen Nachfrage.

Interessant ist diesmal auch bei der statistischen Momentaufnahme ein Vergleich zwischen den Lausitzer Landkreisen. Bemerkenswert positiv ist die Einschätzung ihrer aktuellen Geschäftslage im Frühjahr 2019 in der Elbe-Elster-Region. Dort haben sich industrielle Zulieferer und auch der landwirtschaftliche Bereich offenbar ordentlich und solide etabliert.

Mit dem größten Optimismus und positivsten Geschäftserwartungen gehen die Unternehmer im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in die kommenden Monate. Kräftig gesunken ist im Vergleich zum Vorjahr die Stimmung im Landkreis Spree-Neiße.