Damals hätten die Hauptverkehrswege die Niederlausitz nur gestreift und es bestehe die Gefahr, dass dies auch künftig wieder so sein wird, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jo- achim Linstedt gestern.
„Wir stehen mit der EU, mit der Deutschen Bahn, mit der Landes- und Bundesregierung im Gespräch“ , erklärte er vor der Presse anlässlich einer Historikerkonferenz zur Ge-schichte des brandenburgischen Mittelstandes. Derzeit erfolge die Neubelebung alter Verkehrsadern fast nur von Sachsen nach Schlesien. Um die Niederlausitz und ihre westpolnischen Nachbarregionen nicht abzuhängen, würden neue Brücken über die Neiße gebraucht, die Bahnstrecke sowie Straßen zwischen Berlin, Cottbus und Wroclaw müssten ausgebaut werden, vor allem in Polen. Die Wiederbelebung der alten dynamischen Wirtschaftsregion wäre für den sich erst seit 1990 entwickelnden neuen Brandenburger Mittelstand eine wichtige Stütze. Bei der IHK und der Handwerkskammer Cottbus sind etwas über 50 000 Betriebe registriert.
Dabei gibt es einen Trend zu Ich-AGs, Kleinst- und Kleinbetrieben, die nicht sehr leistungsfähig sind. In Brandenburgs Bausektor hat sich laut Linstedt seit 1996 die Zahl der Firmen mit über 100 Beschäftigten von 140 auf 28 reduziert. Dennoch sei der Mittelstand für die Region wieder das geworden, was er in Vor-DDR-Zeiten schon einmal war: Rückgrat der wirtschaftlichen Entwicklung.
Darauf gründen auch Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität, des Landeshauptarchivs und der Historikerkommission ihren Optimismus. Sie sind neben der IHK Mitveranstalter der heute zu Ende gehenden Mittelstandskonferenz im Rahmen der 850-Jahr-Feier der Stadt Cottbus. (Eig. Ber./rb)