Daraus geht hervor, dass den Mitgliedsunternehmen eine Beitragsentlastung von 40 Prozent auf Grundbeiträge und Umlagen des Jahres 2016 gewährt wird. Wie die IHK mitteilte, erfolge die Entlastung einmalig für das Jahr 2016. Dabei handelt es sich für die rund 34 000 Mitgliedsbetriebe im Kammerbezirk um eine Entlastung von rund zwei Millionen Euro .

Hintergrund für die zweite Beitragsreduzierung ist ein Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichtes vom Dezember 2015. Darin hatten die Richter entschieden, dass Kammern mit Pflichtmitgliedschaften aus Beiträgen kein Vermögen anhäufen dürfen. Die Kammern würden im Auftrag des Staates Pflichten wie Ausbildung und Prüfungsabnahmen vornehmen. Dafür dürften sie Beiträge verlangen. Zudem sei es zulässig, Rücklagen zu bilden, um unvorhergesehene Einnahmeausfälle zu überbrücken. Andere Finanzpolster, so die Bundesverwaltungsrichter, müssten genau begründet werden. Viele Kammern steckten in der Vergangenheit pauschal bis zu 50 Prozent der Einnahmen in ihre Finanzreserve.

Die IHK Cottbus, die 2014 nach eigenen Angaben noch über 15,6 Millionen Euro an Reserven verfügte, will mit der neuerlichen Beitragsreduzierung Ende 2016 bei rund zehn Millionen Euro angekommen sein. In zwei bis drei Jahren soll die Finanzreserve etwa sechs Millionen Euro betragen.

Öffentlichen Druck haben die IHK auch durch den Bundesverband für freie Kammern (bffk) bekommen, der gegen die IHK-Pflichtmitgliedschaft kämpft. Mit dem Urteil der Bundesverwaltungsrichter fühlt sich der bffk bestärkt, dass die Kammern aufgrund der angehäuften Vermögen im Moment gar keine Beiträge fordern dürften.