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Ifa Haldensleben sorgt weltweit für Antrieb

Der Blick in die Auftragsbücher sorgt beim Automobilzulieferer Ifa Haldensleben (Ohrekreis) für Optimismus. Die Firmen-Kompetenz bei Antriebstechnik ist gefragt bei den großen Autokonzernen. Seit der Privatisierung im Jahr 1992 wächst der Umsatz zweistellig. In diesem Jahr werden voraussichtlich 90 Millionen Euro erreicht. Insgesamt sichert die Unternehmensgruppe derzeit rund 400 Arbeitsplätze in Sachsen-Anhalt. Von Sabine Fuchs

"Die Ordermappen für die kommenden Jahre sind gut gefüllt, wir gehen von einem kräftigen Wachstum aus", sagte Inhaber und Geschäftsführer Heinrich von Nathusius. Die Ifa-Gruppe produziert in Gardelegen und Haldensleben Teile für die Antriebstechnik von Fahrzeugen, darunter Gelenk-, Kardan- und Seitenwellen sowie Radnaben. Zu den Kunden gehören der Volkswagenkonzern, BMW, DaimlerChrysler, Audi und Porsche.

Strategische Allianz mit NTN Japan
"Wir wollen künftig am internationalen Wachstum in der Automobilindus trie stärker teilhaben", sagte von Nathusius. Besonders der europäische Markt werde stark zunehmen und bis 2015 etwa 35 Prozent des Weltmarktes beherrschen. Um weitere Schritte in Richtung internationale Märkte zu gehen, habe Ifa eine strategische Allianz mit der japanischen NTN Corporation (Osaka) getroffen. Der asiatische Konzern, einer der weltgrößten Automobilzulieferer, habe 25 Prozent der Anteile der Ifa-Antriebstechnik GmbH erworben. "Das ist für uns die Basis für den Zugang zu den Märkten in Asien und in den USA."
Großes Potenzial sieht das Unternehmen vor allem auf dem Markt für allradangetriebene Fahrzeuge. "Allein in Europa wird sich die Jahresproduktion bis 2009 auf zwei Millionen Fahrzeuge verdoppeln", sagte Geschäftsführer Clemens Aulich. Ifa statte schon jetzt weltweit einen Großteil aller VW- und Audi-Allradmodelle mit Wellen und anderen Teilen aus.
Die Ifa-Gruppe strebt nach eigenen Angaben in diesem Jahr einen Umsatz von etwa 90 Millionen Euro an. Damit wachse das Unternehmen seit 1992 in jedem Jahr im zweistelligen Bereich, sagte von Nathusius. Betrug der Umsatz damals etwa vier Millionen Euro, waren es im Jahr 2005 bereits 80 Millionen Euro. Weiteres Wachstum und vor allem Neuinvestitionen sollen die Platzierung von Anleihen für private Anleger bringen. Voraussichtlich Mitte Juni sollen diese im Wert von zehn Millionen Euro mit einem Zinssatz von sieben Prozent ausgegeben werden.
Die Entwicklung der Ifa-Gruppe sei ein Beispiel für die gute Entwicklung der Automobilzulieferindustrie in Sachsen-Anhalt nach der Wende, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Landesweit gibt es im Land derzeit 150 Autozulieferer, Dienstleister und wissenschaftliche Einrichtungen mit etwa 10 000 Beschäftigten, die sich im Kompetenznetzwerk Mahreg-Automotive zusammengeschlossen haben.
Das Unternehmen Ifa - die Bezeichnung stand damals für "Industrieverband Fahrzeugbau der DDR" - wurde 1959 als Zulieferer für die Produktion von Autos und landwirtschaftlichen Maschinen gegründet. Bis 1990 lieferte das Werk unter anderem Gelenkwellen für den Lkw W 50. 1992 übernahm die Familie von Nathusius das Werk. Diese war in Haldensleben bereits Anfang des 19. Jahrhunderts unternehmerisch tätig und hatte den ersten deutschen Industriekonzern mit mehr als 30 Betrieben, darunter Getreide- und Ölmühlen, Ziegeleien und Steinbrüche, gegründet.

Über 100 Millionen Euro investiert
Heinrich von Nathusius investierte seit 1992 über 100 Millionen Euro in die Betriebe. Zum Familienbesitz, aber nicht zur Ifa-Gruppe, gehört auch die Firma IFC Composite in Haldensleben. Sie machte weltweit mit einer glasfaserverstärkten Blattfeder für den Fahrzeugbau aufmerksam. Diese ist 20 Kilogramm leichter als Stahlfedern und zudem korrosionsbeständig. Die Neuentwicklung, für die das Unternehmen den diesjährigen, mit 10 000 Euro dotierten Hugo-Junkers-Innovationspreis erhalten hat, werde bereits an DaimlerChrysler geliefert, sagte Geschäftsführer von Nathusius. Auch andere Autohersteller hätten bereits Interesse bekundet.
Ein Ende des Erfolgskurses ist nicht abzusehen: Auch die Zahl der Beschäftigten steigt stetig und liegt derzeit, einschließlich der IFC Composite GmbH, bei 400.