Jeder zweite Heißluftballon am deutschen Himmel stammt nach Schroeders Angaben aus der Werkstatt seines Schweicher Unternehmens, dem einzigen Ballonhersteller in Deutschland.

Vom Hobby zum Geschäft
Begonnen hat alles mit einer Leidenschaft. Ende der 1970er-Jahre entdeckte Vater Schroeder den Ballonsport als Hobby, kaufte Ballons in England sowie den USA und bot Ballonfahrten an. Bald stellte der Hobbypilot und Flieger fest, dass es furchtbar schwierig war, Ersatzteile zu beschaffen. "Es dauerte drei Monate, bis geliefert wurde", erinnert sich sein Sohn Friedhelm. Daraufhin machte sich die Familie ans Werk, einen eigenen Heißluftballon zu fertigen. Bis dann endlich ein Muster als behördlich genehmigtes Luftfahrzeug aufsteigen durfte, dauerte es drei Jahre. Dann aber ging es nur noch himmelwärts.
Im Jahr 1987 erhielten die Schroeders die Musterzulassung, jede Schraube war geprüft. Im ersten Jahr entstanden drei bis vier Ballons, jetzt sind es 60 bis 70 im Jahr. Das Besondere: Der Ballon wird vom Korb über den Gaszylinder bis zur Hülle komplett in einem Betrieb hergestellt. "Das macht sonst keiner mehr auf der Welt", sagt der Firmenchef. So sind unter den rund 27 Mitarbeitern Korbflechter, Schleifer, Schlosser, Näher und Ingenieure. Und regelmäßig gewartet werden die durchschnittlich 320 Kilogramm schweren Fluggeräte auch im Hause Schroeder.

Schwebende Litfaßsäulen
Die guten Stücke, die ab 40 000 und bis zu 100 000 Euro kosten, gehen zum Großteil an Kunden in Deutschland. Etwa 40 Prozent sind für den Export bestimmt und werden in die Schweiz, nach Belgien und in die Niederlande geliefert. "Und drei Ballons haben wir in Südafrika", sagt der 54-jährige Ingenieur. Mehr als 500 Unternehmen haben bereits auf Schroeders Ballons geworben: Brauereien, Autohersteller, ein Pharma-Weltkonzern oder die Post. Rund 95 Prozent alle Ballons sind nach Angaben von Schroeder heute eine "schwebende Litfaßsäule".
Als das Unternehmen vor 20 Jahren abhob, war Schroeder auch ständig in der Luft. "Heute komme ich leider nicht mehr so oft dazu", sagt er. Der große Reiz des Ballonfahrens liege darin, "aufzusteigen ohne zu wissen, wo ich lande".
Es seien die "Ruhe und die Stille", die eine Fahrt mit einem Ballon so attraktiv mache, sagt Verkaufsleiter Leo Ersfeld. "Es ist wie auf einem Balkon auf 1000 Metern. Immer windstill, ruhig und ohne Telefon."