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Hilfe bei der Steuererklärung

Steuererklärung am Computer: Das SPD-Wahlprogramm 2013 sah eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Vermögensteuer vor. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv
Steuererklärung am Computer: Das SPD-Wahlprogramm 2013 sah eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Vermögensteuer vor. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv
Cottbus. Steuerzahler können die Bögen für das Finanzamt ausfüllen oder die Abrechnung bequem am Computer machen. Wer die Mühe scheut, kann sich an Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine wenden. Barbara Brandstetter / bbr

Bevor die Steuerklärung in Angriff genommen werden kann, müssen zunächst Quittungen gesammelt, sortiert und die notwendigen Bögen organisiert werden. Die Formulare für die Steuererklärung erhalten Bürger bei den Finanzämtern.

Wer den Weg scheut, kann sich die notwendigen Unterlagen auch aus dem Internet herunterladen und ausdrucken. Die Bögen gibt es unter: www.formulare-bfinv.de/ffw/content.do .

Abrechnung online: Steuerzahler können ihre Steuererklärung jedoch auch bequem am Computer erledigen. Inzwischen nutzen mehr als 16 Millionen Menschen diese Möglichkeit. Der Staat stellt dafür das entsprechende Material zur Verfügung, das jeder unter www.elsterformular.de herunterladen kann. Die digitale Abrechnung vereinfacht vieles: Taschenrechner können in der Schublade liegen bleiben, Daten aus dem Vorjahr übernommen werden, und auf Fehler werden Steuerzahler sofort aufmerksam gemacht. Wer das Portal nutzen möchte, muss sich in einem ersten Schritt registrieren. Auf www.elsteronline.de finden Sie ein Erklärvideo, das Ihnen Schritt für Schritt erläutert, wie Sie dabei vorgehen. Über das Portal erhalten Steuerzahler über den Belegabruf auch Informationen wie Lohnsteuer oder Rentenbezüge, die dem Finanzamt vorliegen. Die Angaben sollten Steuerzahler jedoch in jedem Fall überprüfen - mitunter haben sich Fehler eingeschlichen.

Sind die Bögen ausgefüllt und alle Korrekturen gemacht, können Steuerzahler die Steuererklärung abschicken. "Ganz papierlos funktioniert die elek tronische Steuererklärung jedoch nicht", sagt Peter Pomian von der Vereinigten Lohnsteuerhilfe in Cottbus. Einige Belege benötigen die Finanzbeamten. So müssen beispielsweise Bescheinigungen über vermögenswirksame Leistungen oder Spenden per Post an das Finanzamt geschickt werden. Empfehlenswert ist auch, Belege einzureichen, wenn größere Beträge steuerlich geltend gemacht werden sollen oder sich im Vergleich zum Vorjahr größere Änderungen ergeben haben. Wer technische Fragen zu Elster hat, kann sich per Mail hotline@elster.de oder telefonisch 0800-5235055 Hilfe holen.

Freiwillige Abrechnung: Viele Arbeitnehmer sollten eine Steuererklärung freiwillig machen - auch, wenn sie sich die lästige Pflicht eigentlich sparen kön-nen. Denn oft gibt es Geld zurück. "Wer keine Steuererklärung macht, verschenkt oft viel Geld", sagt Wolfgang Wawro vom Steuerberaterverband Berlin-Brandenburg. Abrechnen sollten Steuerzahler, wenn die Ausgaben für den Beruf wie Fahrten zur Arbeit, Fortbildungen oder doppelte Haushaltsführung über dem Pauschbetrag von 1000 Euro liegen. Dieser ist bereits überschritten, wenn der einfache Weg zur Arbeit mehr als 15 Kilometer beträgt (Teil 4 unserer Serie).

Eine Abrechnung lohnt sich auch, wenn Sie nicht das gesamte Jahr versicherungspflichtig angestellt waren. In diesem Fall wird nur ein Teil der Frei- und Pauschbeträge berücksichtigt. Dabei stehen Steuerzahlern die kompletten Pauschbeträge zu (Teil 4).

Eine Steuererklärung einreichen sollten auch Eltern, wenn sie Kinderfreibeträge beantragen wollen. Diese gewähren die Finanzbeamten jedoch nur, wenn die Steuerersparnis den Anspruch auf Kindergeld übersteigt (Teil 8). Steuerzahler können Ausgaben für Medikamente, Arzt, Pflege oder den Unterhalt bedürftiger Angehöriger als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen (Teil 3).

Abrechnen sollten Steuerzahler auch, wenn sie im vergangenen Jahr eine Haushaltshilfe beschäftigt, haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerker beauftragt haben (Teil 9).

Eine Steuererklärung rechnet sich, wenn Steuerzahler das Steuerjahr mit einem Verlust abgeschlossen, im Jahr 2014 geheiratet haben oder wenn sie und der Ehepartner die Steuerklassenkombination IV/IV gewählt und 2014 nicht annähernd gleich hohe Arbeitslöhne hatten.

Steuerzahler sollten auch abrechnen, wenn ihr Einkommen unter 15 000 (Alleinstehende) bzw. 31 000 Euro (Verheiratete) liegt und auf Kapitalerträge Abgeltungsteuer einbehalten wurde. "In diesen Fällen lohnt es sich, eine sogenannte Günstigerprüfung zu beantragen", sagt Peter Kauth von Steuerrat24.de (Teil 10).

Morgen lesen Sie: Spenden und Kirchensteuer steuerlich geltend machen

Zum Thema:
Pflicht: Arbeitnehmer müssen bei ihrem Finanzamt eine Steuererklärung einreichen, - wenn das Finanzamt sie dazu auffordert; - wenn sie in ihren Lohnsteuerabzugsmerkmalen einen Freibetrag beantragt haben; - wenn sie neben dem Gehalt noch weitere positive Einkünfte von mehr als 410 Euro erhalten haben, von denen keine Lohnsteuer einbehalten wurde; - wenn sie Eltern-, Kurzarbeiter- oder Krankengeld - also Leistungen, die dem Progressionsvorbehalt unterliegen - von mehr als 410 Euro erhalten haben; - wenn Eheleute gemeinsam veranlagt werden und einer Steuerklasse V oder VI hat; - wenn sich ein Paar hat scheiden lassen und einer der Partner im selben Jahr wieder geheiratet hat; Nicht-Arbeitnehmer müssen eine Steuerklärung machen, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte den Grundfreibetrag von 8354 Euro (Alleinstehende) bzw. 16 708 Euro (Verheiratete) übersteigt.