Das liegt, wie ein Parlamentsausschuss diese Woche in London feststellte, an der exzessiven Trinkfreudigkeit der Inselbewohner. Die zeigen sie mit Vorliebe im Ausland. Mit Billigairlines gehen sie auf Sauftour, fliegen hin zum spottbilligen Alkohol beispielsweise in osteuropäischen Ländern. Dort sind sie schon zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor und Liebling aller Wirte geworden, bei denen sie jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro lassen. Weil aber die übrige Bevölkerung der Gastländer die Sauflust der Briten nicht immer mit Frohsinn aufnimmt, kommt es schon mal zu Rangeleien. So gibt es am Ende zwei Gründe, die den Briten die Heimreise erschweren. Entweder sie sind durch den Alkohol völlig orientierungslos oder sie stecken anderweitig in Schwierigkeiten, oft sogar im Polizeigewahrsam. 17 Prozent der trinkfreudigen Briten benötigen im Ausland ärztliche Hilfe. Viele von Ihrer Majestät Untertanen verlieren im Suff Pass und Kreditkarte. Botschaften und Konsulate sind so stark mit der Betreuung ihrer Landeskinder befasst, dass sie kaum noch zu anderer Arbeit kommen. Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses, Edward Leigh, forderte, durch Abschreckung die für das Land teuren Folgen der Zechereien einzudämmen. Die Hilfe der Botschaften soll künftig nicht mehr kostenlos sein. Aber was scheren uns diese innerbritischen Querelen? Her mit den Säufern! Wir haben viel Platz in Brandenburg. Sollte es in den Städten Probleme geben, könnten wir in alten Tagebauen und auf ehemaligen Truppenplätzen Pubs errichten. Sogar der Lausitzring könnte gewinnen. Hier gäbe es dann Alkohol-Meilen-Rennen: Briten rempeln sich in gummibewehrten Alt-Pkw zum Ziel.