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| 17:12 Uhr

Brandenburger Mittelstand
Handwerker fordern Unterstützung für Landregionen

 Die Provinz in Brandenburg hat besonders viele Reize für gestresste Stadtbewohner. Ein Blick auf den Hafen von Senftenberg.  Foto:dpa/Pleul
Die Provinz in Brandenburg hat besonders viele Reize für gestresste Stadtbewohner. Ein Blick auf den Hafen von Senftenberg. Foto:dpa/Pleul FOTO: ZB / Patrick Pleul
Caputh. Die Provinz einfach abzuhängen, das geht gar nicht und bringt die Vertreter der Handwerkerschaft in der ländlich geprägten Lausitz auf die Barrikaden. Ein Wirtschaftsprofessor aus Halle hatte die Konzentration der Entwicklungspotenziale auf die Städte gefordert.

Der Brandenburger Handwerkkammertag, ein Zusammenschluss der Kammern Cottbus, Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg und Potsdam, fordern gleichwertige Lebensverhältnisse im gesamten Land. Bei einem gemeinsamen Forum zur Landtagswahl in Caputh (Potsdam-Mittelmark) am Mittwoch war das eines der drängenden Themen.

Zu den gleichwertigen Lebensverhältnissen in Stadt und Land gehörten sowohl Investitionen in Mobilität und Infrastruktur als auch in Bildung und Wirtschaft wie auch die Förderung ländlicher Räume. Die Konzentration nur auf Großstädte und ihr Umland, wie es unlängst Professor Reint Gropp, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), gefordert hatte, ist nach Auffassung des Handwerks der „falsche Ansatz“.

 Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus.
Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus. FOTO: Michael Helbig

„Die meisten unserer Handwerksbetriebe sind in ländlichen Regionen beheimatet“, sagt Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus. „Dort tragen die regional verankerten kleinen und mittleren Unternehmen des Handwerks zu sozialer und wirtschaftlicher Stabilität bei. Sie stellen Ausbildungs- und Arbeitsplätze bereit und schaffen damit Perspektiven für die Menschen.“ Handwerksbetriebe sicherten die Versorgungsstrukturen und das gesellschaftliche Leben in vielen Dörfern und Kleinstädten. Insofern sind die Aussagen des Ökonomen aus Halle, ländliche Regionen faktisch aufzugeben, für Peter Dreißig „ein Schlag in die Magengrube“.

Die Brandenburger Handwerkskammern unterstützen alle Bemühungen, die gleichwertiges Leben befördert. Das Land Brandenburg mit seiner vielfältigen Wirtschaftsstruktur sei auf alle ländlichen oder städtischen Regionen angewiesen. „Ballungsräume dürfen nicht überlastet und ländliche Räume nicht abgehängt werden. Das ist entscheidend für den sozialen Zusammenhalt und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Landes“, so der Handwerkskammerpräsident aus Cottbus.

(red/si)