Der Handelsverband BAG sprach von einem „Sieg der Sprache über die Marke“ . BAG-Geschäftsführer Mathias Busch sagte gestern: „Es war ein Ding aus dem Tollhaus, das die Unternehmen die Worte Fußball und WM erst nach Einholung von Rechtsrat in den Mund nehmen konnten.“ Der BGH hatte am Donnerstag entschieden, dass die Bezeichnung „Fußball WM 2006“ nicht länger exklusiv vom Weltfußballverband Fifa genutzt und vermarktet werden darf.

Freiräume für Handel eröffnet
Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) unterstrich, die Entscheidung eröffne kleinen und großen Geschäften ganz andere Freiräume, um bei der Präsentation von Angeboten noch mehr auf die Fußball-WM aufmerksam machen zu können.
Der Fußball-Weltverband Fifa verwies darauf, unabhängig von dem Beschluss bleibe die Marke „WM 2006“ als Gemeinschaftsmarke für die Fifa in Europa eingetragen und genieße weiterhin auch in Deutschland Schutz. Fifa-Generalsekretär Urs Linsi sagte zudem: „Die Gewährleistung der Exklusivrechte unserer Partner bildet das finanzielle Fundament für das größte privat finanzierte Sportereignis der Welt.“ Experten erwarten, dass es jetzt deutlich mehr Werbung mit dem Schriftzug „Fußball WM 2006“ geben wird. Allerdings darf nur der Begriff genutzt werden - das Logo der Weltmeisterschaft sei weiterhin geschützt.

Telekom „nicht tangiert“
Ein Sprecher von adidas sagte: „Als offizieller Sponsor, Ausrüster und Lizenznehmer haben wir umfangreiche Exklusivrechte, die uns eine entsprechende Positionierung unserer Marke gewährleisten.“ Von der Deutschen Telekom hieß es, als offizieller Partner der Fifa tangiere das Urteil die Telekom nicht.
Der Chef des Sportartikelherstellers Puma, Jochen Zeitz, sagte, die Werbekampagne zur WM sei nicht so stark auf die Weltmeisterschaft zugeschnitten, als dass sie nun geändert werden müsse. Aus der Politik meldete sich Grünen-Chefin Claudia Roth zu Wort: „Fußball ist für alle da! Dies hat der Bundesgerichtshof mit einer klugen Entscheidung bestätigt.“ (dpa/ar)