Die börsennotierte Halloren Schokoladenfabrik AG will trotz der Probleme mit ihrer belgischen Pralinentochter Bouchard an ihrer Wachstumsstrategie festhalten. "Wir wollen und müssen weiter wachsen", sagte Finanzvorstand Andreas Stuhl am Mittwoch auf der Hauptversammlung der Aktionäre. Der Konzern mit Sitz in Halle plant einen Ausbau des Auslandsgeschäfts auf den wachstumsstärkeren Märkten in Amerika und Asien. Nach einer Konsolidierung in diesem Jahr solle ab 2016 auch der Gewinn des Unternehmens wieder deutlich anziehen, sagte Stuhl. Mittelfristig seien weitere Zukäufe angepeilt.

Im vergangenen Jahr hatte Halloren zwar ein leichtes Umsatzplus von drei Prozent auf 121 Millionen Euro verbucht. Gleichzeitig musste der Konzern einen Gewinneinbruch von 87 Prozent auf nur noch 200 000 Euro hinnehmen. Hauptgrund: Die frisch zugekaufte belgische Tochter Bouchard verlor einen Großkunden, der laut Vorstand 50 Prozent ihres Umsatzes ausmachte.

"Ich bin 100 Prozent sicher, dass wir die Delle ausfüllen werden", kommentierte der Vorstandsvorsitzende Klaus Lellé das Ergebnis. "Wir haben genug Aufträge." Lellé hielt an dem im Oktober verkündeten Ziel fest, den Umsatz des Halloren-Konzerns bis 2018 mehr als zu verdoppeln- auf 300 Millionen Euro. Die Gewinnentwicklung sorgte für Unmut bei den Aktionären. Sie kritisierten, dass bei weiter wachsendem Umsatz immer weniger Ertrag erzielt werde. Es sei an der Zeit, dass wieder Geld verdient werde - "und zwar mit Schokolade", sagte ein Aktionärsvertreter am Mittwoch. Auch der Einstieg und die Rolle des Investors Charlie sorgte für Diskussionen.

Die Gesellschaft mit Sitz in Luxemburg hatte bei einer Kapitalerhöhung 460 000 Aktien für 3,3 Millionen Euro erworben. Sie soll bei der Gewinnung neuer Kunden in Amerika und Asien helfen und den Vertrieb dort unterstützen. Einige Aktionäre kritisierten, dass hinter der Gesellschaft Immobilien-Investoren, aber keine Schokoladen-Experten steckten.