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Halloren-Großaktionär Morzynski geht

Halle. Bei der traditionsreichen Halloren Schokoladenfabrik in Halle hat sich der langjährige Mehrheitsaktionär Paul Morzynski zurückgezogen. Der Unternehmer aus Hannover habe seine Aktienanteile an den seit zweieinhalb Jahren beteiligten Investor Charlie verkauft, teilte Halloren am Dienstag mit. dpa/sm

"Wir bedanken uns für sein unermüdliches Engagement. Denn ohne ihn würde dieses Unternehmen heute nicht existieren", erklärte Vorstandschef Klaus Lellé. "Es wurde Zeit, einen Generationswechsel einzuleiten", sagte der 67 Jahre alte Morzynski der "Leipziger Volkszeitung". Er hatte die Schokoladenfabrik mit der 200-jährigen Firmengeschichte vor 25 Jahren von der Treuhand gekauft und saniert. 2006 übernahm er den Posten als Aufsichtsratschef des zeitweise börsennotierten Unternehmens.

Das bekannteste Produkt des Schokoladenproduzenten aus Halle ist die Halloren-Kugel. Zur Firmengruppe gehört unter anderen auch die Delitzscher Schokoladenfabrik in Sachsen sowie ein Werk im niedersächsischen Cremlingen. Halloren beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit rund 700 Mitarbeiter.

Charlie Investors hält nach dem Kauf von Morzynskis Aktienpaket 75 Prozent der Halloren-Anteile, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Hinter dem Namen stehen die beiden deutsch-kanadischen Familien Ehlert und Illmann. Ihr Einstieg hatte bei der Aktionärsversammlung vor zwei Jahren für heftige Diskussionen gesorgt. "Ich glaube an eine gute und positive Zukunft unter der Führung von Darren Ehlert", sagte Morzynski . Er selbst werde weiterhin mit seinem Rat zur Verfügung stehen. Eine Verbindung gebe es auch durch seinen Einstieg bei der Süßwarenkette Arko. "Halloren gehört schon heute zu den größeren Lieferanten."

Morzynski ist nicht der Einzige, der bei Halloren aussteigt. Der Unternehmer sagte dem Blatt, dass auch Finanzvorstand Andreas Stuhl auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen werde. Er war vor mehr als zehn Jahren zu Halloren gekommen. Zwei Vertraute des neuen Großaktionärs Ehlert sollen künftig die Posten des Finanz- und des Produktionsvorstands übernehmen. Vorstandschef Klaus Lellé bleibe hingegen.

Halloren hatte sich Ende 2016 vom Entry Standard der Deutschen Börse zurückgezogen. Als Grund nannte das Unternehmen Einsparpotenzial beim Verwaltungs- und Kostenaufwand. Bei der letzten Aktionärsversammlung einige Monate zuvor hatte das Unternehmen einen Verlust von 1,64 Millionen Euro vermeldet. Der Vorstand hatte das Minus mit Problemen und Restrukturierungen bei der belgischen Pralinentochter Bouchard erklärt.