Der US-Finanzinvestor Advent will die Mehrheit am Handelskonzern Douglas rund um die führende deutsche Parfümeriekette übernehmen. Nach monatelangen Gerüchten kündigte Advent am Montag ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der Douglas Holding AG von 38 Euro pro Aktie in bar an. Eine Erhöhung schloss er aus. "Wir haben uns verpflichtet, weder die Mindestannahmeschwelle noch den Preis zu erhöhen, um Spekulationen aus der Aktie zu nehmen", sagte Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen in einer Telefonkonferenz. Advent will mindestens 75 Prozent der Anteile an Douglas, sonst platzt der Deal. Auch grünes Licht vom Kartellamt ist erforderlich.

Die Zustimmung von 50,5 Prozent des Grundkapitals der Douglas Holding sei bereits gesichert: Die Familie Kreke sowie die Großaktionäre Oetker und Müller hätten vertraglich zugesichert, das Angebot zum angekündigten Preis anzunehmen beziehungsweise ihre Aktien zu veräußern. Advent wolle gemeinsam mit der Gründerfamilie Kreke das Wachstum der Douglas-Parfümerien und der Christ-Schmuckgeschäfte beschleunigen, teilten beide Seiten mit. Bei der geplanten Expansion im In- und Ausland seien Übernahmen nicht ausgeschlossen. Die Sanierung der Buchhandelskette Thalia, die das Sorgenkind des Konzerns ist, werde fortgesetzt.

Die Gründer wollen bei dem geplanten Einstieg von Advent nicht von Bord gehen: Mit dem Vollzug des Übernahmeangebots werde sich die Familie Kreke wiederum indirekt mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft (Beauty Holding Three AG) beteiligen. "Nachdem es zuletzt Unruhe gegeben hat, wollten wir unseren Einfluss ausbauen und brauchten dafür einen stabilen Partner", begründete Henning Kreke den Schulterschluss der Gründerfamilie mit Advent.

Zum Douglas-Konzern gehören auch die Bereiche Textil (Appelrath-Cüpper) und Süßwaren (Hussel), deren derzeitige Ausrichtung ertragsorientiert fortgesetzt werde. Mit dem Übernahmeangebot an alle Douglas-Aktionäre wird das Unternehmen insgesamt mit rund 1,5 Milliarden Euro bewertet.

Der Handelskonzern Douglas hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2011/12 geringfügig gesteigert. Wegen der Schwäche von Thalia und einer schwachen Nachfrage im Ausland legten die Erlöse in dem Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr nur um 1,7 Prozent auf 3,44 Milliarden Euro zu. Der Konzern hat mehr als 24 000 Mitarbeiter und über 1900 Läden.

Advent-Chef Sen betonte, das Interesse an Douglas sei ein langfristiges. In der Regel bleibe Advent fünf bis sieben Jahre investiert, in manchen Fällen auch länger. "Wir bleiben so lange, die Krekes es möchten und wir es für sinnvoll erachten."