Während Bundesregierung und Bundesbank laut Medienberichten ihre bisherigen Einschätzungen auf bis zu 1,7 Prozent Wirtschaftswachstum in diesem Jahr nach oben korrigieren wollen, wagte sich die Dresdner Bank gestern noch einen Schritt weiter und stellte einen Zuwachs von 2,2 Prozent in Aussicht. Die Bundesbank nannte in ihrem ebenfalls gestern vorgelegten Monatsbericht keine konkrete Zahl, bestätigte jedoch den Trend. "Insgesamt ist derzeit auf breiter Basis viel Zufriedenheit und Zuversicht in der deutschen Wirtschaft zu beobachten", heißt es.
Die positive Stimmungslage sei in allen großen Wirtschaftszweigen festzustellen, selbst in den zuletzt gebeutelten Branchen Einzelhandel und Bauindustrie, schreibt die Bundesbank. Bei inzwischen auch starken Importen würden die Exporte weiterhin kräftig anziehen. Auch der private Verbrauch entwickele sich günstig. Wegen der für 2007 geplanten Mehrwertsteuererhöhung planten etliche befragte Haushalte vermehrt größere Anschaffungen, schreiben die Bundesbank-Experten. Nach Einschätzung des Chefvolkswirts von Allianz und Dresdner Bank, Michael Heise, entfalte der Aufschwung nun auch seine Wirkung auf dem Arbeitsmarkt: "Wir rechnen im Jahresverlauf mit einem Rückgang der saisonbereinigten Zahl der Arbeitslosen um 200 000 auf rund 4,5 Millionen."
Im Gegensatz zu den einheimischen Experten hatte sich der Internationale Währungsfonds wesentlich skeptischer geäußert. Er rechnet 2006 in Deutschland nur mit einem Wachstum von 1,3 Prozent, das damit hinter dem Schnitt der Eurozone von prognostizierten zwei Prozent hinterherhinken würde. (dpa/pk)