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| 17:58 Uhr

Wirtschaft
Gute Honigernte dank Mai-Wetter

Im Durchschnitt 21 Kilogramm wurden bisher pro Bienenvolk eingesammelt, mehr als im Vorjahreszeitraum. Aber wie geht es weiter?
Im Durchschnitt 21 Kilogramm wurden bisher pro Bienenvolk eingesammelt, mehr als im Vorjahreszeitraum. Aber wie geht es weiter? FOTO: dpa / Oliver Berg
Mayen. Die erste Honigernte ist längst eingefahren, nun liegen die Zahlen vor. Dank des guten Wetters können die Imker zufrieden sein. Fraglich ist, ob das so bleibt. dpa

Die deutschen Imker können mit der Ausbeute aus der ersten Ernte des Jahres zufrieden sein. Durchschnittlich rund 21 Kilogramm Honig wurden bundesweit pro Volk eingesammelt, wie das Fachzentrum Bienen und Imkerei beim Dienstleistungszentrum ländlicher Raum in Mayen mitteilte. „Das ist keine Rekordernte, aber eine gute Ernte“, sagte Bienenexperte Christoph Otten der Deutschen Presse-Agentur. Im vergangenen Jahr lagen die Erträge demnach im Schnitt zwischen 16,4 und 19,1 Kilogramm pro Bienenvolk, im Jahr davor sogar noch darunter.

„Die überdurchschnittlichen Erträge im Vergleich zu den vergangenen beiden Jahren liegen am guten Wetter im Mai“, sagte Otten. Zwar hätten im März und April noch schlechte Bedingungen geherrscht, viele Völker hätten sich im Frühjahr nach dem Winter nicht gut entwickelt. „Aber das wurde kompensiert durch die dann sehr guten Sammelbedingungen“, sagte Otten. Vor allem in Bundesländern mit viel Rapsanbau seien die Erträge hoch gewesen - etwa in Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Brandenburg. „Dadurch werden die Werte etwas hochgezogen“, hieß es.

In der Regel ernten Imker zweimal im Jahr ihren Honig, in manchen Gegenden dreimal. Die zweite Ernte, die sogenannte Sommertracht, geht in diesen Tagen zu Ende. Zahlen liegen dafür noch nicht vor. Allerdings geht Otten nicht davon aus, dass sie erneut so gut ausfällt wie die Frühtracht. „Viele Pflanzen, die sonst bis Mitte Juli blühen, haben dieses Jahr schon viel früher geblüht“, sagte er. Nun stünden sie den Bienen nicht mehr zur Verfügung. „Wir erwarten nicht, dass es noch weiter nach oben geht.“

Für die Statistik befragt Otten regelmäßig mehrere Tausend Imker nach ihren Honigernte-Ergebnissen während der Trachten. Mehr als 7000 meldeten in diesen Wochen ihre Zahlen. Nicht immer entschließen sich die Imker dazu, den Honig zu ernten. Bei schlechten Bedingungen lohnt es sich für manche nicht, und sie lassen ihre Völker in Ruhe.