Die Fertigungsstandorte in Portugal und Kanada würden ausgebaut, die Märkte in Nordamerika, Brasilien, Indien und China noch stärker ins Visier genommen, sagte Grohe-Vorstandschef Peter Körfer-Schün bei einem Besuch des Werkes bei Porto (Portugal).
Mit dieser Strategie werde es Grohe gelingen, das für 2003 zu erwartende Umsatzminus von acht bis zehn Prozent im deutschen Markt durch Auslandswachstum mehr als auszugleichen. "Wir sind gut ins neue Jahr gekommen und trauen uns weiteres Wachstum zu", sagte Körfer-Schün.
Der Ausbau der Fertigung im Ausland werde nicht auf Kosten der rund 4000 Beschäftigten im Inland gehen, sagte der Vorstandschef weiter. Die Verdoppelung der Kapazitäten des Werkes bei Porto, das mittelfristig etwa 600 Mitarbeiter haben werde, habe keinen Einfluss auf die inländischen Werke in Lahr bei Freiburg, Hemer im Sauerland, Porta Westfalica, Herzberg in Brandenburg und Berlin. In Herzberg produziert Grohe seit 1990. Das sichert derzeit rund 300 Arbeitsplätze im Armaturenwerk.
Der Auslandsanteil am Geschäft mit Bad- und Küchenarmaturen, Dusch- und Sanitärsystemen liegt bei 75 Prozent. Der Anteil der Fertigung im Ausland betrage aktuell aber nur sechs Prozent. "Das ist ein Verhältnis, das man korrigieren muss", so Grohe-Technikvorstand Detlef Spigiel. Mittelfristig sei ein Auslandsfertigungsanteil von 15 bis 20 Prozent denkbar. Dabei wolle Grohe seine Marktposition nicht zuletzt in Nordamerika ausbauen - bis 2008 soll sich dort der Umsatz auf mehr als 200 Millionen Euro verdoppeln - und auch auf dem indischen Markt mit seinen 450 Millionen Haushalten wolle Grohe Fuß fassen.
Grohe-Vorstand Körfer-Schün charakterisierte das Wachstum des Badezimmer-Spezialisten trotz der Baukrise in Deutschland als "robust". "Wir sind bereit für den Börsengang." Der Zeitpunkt hänge allein vom Zustand der Börse ab. "Innerhalb der nächsten zwei Jahre findet das statt", versicherte der Vorstandschef. 2002 hatte Grohe dank des Wachstums in Übersee und Europa den Umsatz um zwei Prozent auf 898 Millionen Euro gesteigert. Das Europageschäft, wo Grohe nach eigenen Angaben in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Österreich und Italien Marktführer ist, kletterte (ohne Deutschland) um 5,5 Prozent auf 433 Millionen Euro. In Übersee legte Grohe um 6,4 Prozent auf 239 Millionen Euro zu. In Deutschland ging der Umsatz um 7,9 Prozent auf 226 Millionen Euro zurück. (dpa/B.M.)