Wenn alle vier Turbinen zur Verfügung stehen, kann das Werk nach Angaben des Betreibers Vattenfall Europe 1060 Megawatt Strom erzeugen, so viel wie ein mittleres Atomkraftwerk.
Nach Angaben von Vattenfall-Vorstandsmitglied Reinhardt Hasser sind bisher rund 400 der auf insgesamt 650 Millionen Euro veranschlagten Investitionskosten verbaut worden. Nach Fertigstellung des Gesamtbetriebes Ende 2003 oder Anfang 2004 werde Goldisthal das größte Wasserkraftwerk Deutschlands sein und wirtschaftlichen und sicheren Strom erzeugen. Thüringens Wirtschaftsminister Franz Schuster (CDU) verwies darauf, dass sein Bundesland jährlich zehn Milliarden Kilowattstunden Strom abnehme. Im Interesse niedriger Preise sei deshalb die kostengünstige Versorgung mit Elektroenergie aus Goldisthal vor allem für die Unternehmen des Landes von Bedeutung.
Schuster sprach sich dafür aus, "die Potenziale, die die Natur uns gibt, zu nutzen". Die Turbinen sind in einer Kaverne im Fels eines 869 Meter hohen Berges untergebracht. Das für den Betrieb notwendige Wasser kommt aus der Schwarza, die mit einer 67 Meter hohen Mauer gestaut wird. Aus dem zwölf Millionen Kubikmeter fassenden künstlichen Staubecken unterhalb des Gipfels strömt es durch Rohre in ein Unterbecken und treibt dabei die Turbinen an. Der auf diese Weise erzeugte Strom wird in das Netz eingespeist. Wird kein Strom benötigt - vor allem in den Nachtstunden - wird das Wasser wieder in das Oberbecken zurück gepumpt. (ddp.vwd/rb)