Wirtschaft

Greenpeace zweifelt an Leag-Rückstellung

Die renaturierte Spreeaue bei Dissen (Spree-Neiße) ist eine Ausgleichsmaßnahme für vom Tagebau in Anspruch genommene Flächen. FOTO: M. Behnke

Cottbus. Nur planmäßiger Kohleausstieg ist die Voraussetzung für die Renaturierung

Mit einer vermeintlichen Hiobsbotschaft ist die Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch an die Öffentlichkeit gegangen. Von ihr beauftragte Wirtschaftsprüfer seien zu dem Schluss gekommen, dass die Lausitzer Energie- und Bergbau AG (Leag) „voraussichtlich wirtschaftlich außerstande“ sei, „die nötigen Milliardenrückstellungen für die Renaturierung ihrer Kohlegruben in der Lausitz aufzubringen“.

Die von Greenpeace in diesem Zusammenhang aufgestellte Behauptung, die Leag schreibe hohe Verluste, wies das Unternehmen am Mittwoch als „falsch und bewusst geschäftsschädigend“ zurück. Offensichtlich gehe es Greenpeace darum, die Braunkohlenindustrie zu zerstören, ohne Rücksicht auf die Sicherheit der Energieversorgung, auf die Kosten für die Steuerzahler, auf die betroffenen Regionen, sagte der Leag-Vorstandsvorsitzende Helmar Rendez.

Für die Renaturierung habe das Unternehmen die geforderten und angemessenen Rückstellungen gebildet. Rekultivierung gehöre zum laufenden Geschäft und würde entsprechend laufend finanziert.

Mit dem Verkauf der Vattenfall-Braunkohlensparte an die neuen Eigentümer EPH sei die Leag finanziell so ausgestattet worden, dass sie alle ihre Verbindlichkeiten jederzeit und in vollem Umfang erfüllen könne. Zum Zeitpunkt des Verkaufs 2016 seien die Unternehmen der Vattenfall-Braunkohlensparte mit Barmitteln in Höhe von einer Milliarde Euro ausgestattet gewesen. Hinzu seien Absicherungsgeschäfte für die zukünftige Stromproduktion bis 2019 in einer Höhe von rund 600 Millionen Euro gekommen. Damit sei die Leag in der Lage, all ihren Verbindlichkeiten in vollem Umfang nachzukommen. Aus dem laufenden operativen Geschäft erwirtschafte die Leag deutlich positive Ergebnisse, daraus würden auch die Rückstellungen erwirtschaftet.

Als Grundlage dafür bezeichnet das Unternehmen das Revierkonzept vom März 2017. Das Konzept sei damit die Leitplanke und auch die wirtschaftliche Grundlage für die Bildung der Rücklagen. Rendez: „Wird dafür die wirtschaftliche Grundlage durch politische Eingriffe entzogen, dann ist es nur folgerichtig, wenn die Politik dafür die Verantwortung übernimmt.“