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| 09:59 Uhr

Mountain View
Google-Chef bekommt 310 Millionen Euro

Mountain View. Ein Drittel des Umsatzes bleibt bei dem Suchmaschinen-Betreiber als Gewinn hängen. Davon profitiert auch Sundar Pichai.

Ein Drittel des Umsatzes bleibt bei dem Suchmaschinen-Betreiber als Gewinn hängen. Davon profitiert auch Sundar Pichai.

Boomende Werbeeinnahmen und geringere Steuern: Google bleibt auch in Zeiten erhöhter Skepsis gegenüber datensammelnden Internetfirmen eine Geldmaschine. Im ersten Quartal stieg der Überschuss des Mutterkonzerns Alphabet im Jahresvergleich um 73 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Sondereffekte im Zuge einer Umstellung der Buchhaltung blähten das Ergebnis zwar kräftig auf. Doch auch der operative Gewinn wuchs von 6,6 Milliarden auf sieben Milliarden Dollar. Der Datenskandal beim Rivalen Facebook färbte nicht auf Googles Geschäft ab.

Die gesamten Erlöse des Alphabet-Konzerns kletterten um 26 Prozent auf 31,1 Milliarden Dollar (25,5 Mrd. Euro). Den Großteil davon erwirtschaftete wie üblich Google. Angetrieben vom starken Mobilgeschäft stiegen die Werbeerlöse des Suchmaschinen-Giganten um 24 Prozent auf 26,6 Milliarden Dollar. Der restliche Umsatz der Alphabet-Tochter, zu der wieder die zuvor als Schwestergesellschaft agierende Smart-Home-Firma Nest gehört, legte um 36 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar zu. Auch die Video-Plattform YouTube wuchs kräftig.

Alphabets sonstige Geschäfte, die unter der Bezeichnung "andere Wetten" geführt werden, steigerten die Erlöse zwar von 132 Millionen auf 150 Millionen Dollar, fielen damit in der Gesamtbetrachtung aber kaum ins Gewicht. Immerhin verringerte die Sparte, zu der etwa der Roboterwagen-Entwickler Waymo zählt, ihren Quartalsverlust von 703 auf 571 Millionen Dollar.

Wer erwartet hatte, die durch Facebooks Cambridge-Analytica-Skandal angestoßene Datenschutz-Diskussion würde auch bei Google Werbekunden abschrecken, sah sich getäuscht. So konnte Google die bezahlten Klicks auf Anzeigen im Jahresvergleich um starke 59 Prozent steigern, auch wenn die Erlöse pro Klick um 19 Prozent sanken. Der neuen Datenschutz-Verordnung der EU, die im Mai in Kraft treten soll, sieht die Konzernführung gelassen entgegen. Man bereite sich bereits seit 18 Monaten darauf vor, sagte Google-Chef Sundar Pichai im Gespräch mit Analysten.

Pichai selbst beschert der Erfolg von Google dem Finanzdienst Bloomberg zufolge eine große Boni-Ausschüttung. Am Mittwoch werden dem 45-Jährigen Aktienoptionen im Wert von rund 380 Millionen Dollar (310 Millionen Euro) ausgezahlt. Die Sondervergütung sei bei einer Beförderung 2014 vereinbart worden. Solche Boni sind bei Tech-Konzernen in den USA üblich.

Ein wesentlicher Grund für Alphabets enormen Gewinnanstieg war auch die Steuerreform von US-Präsident Donald Trump, durch die die Abgaben an den Fiskus weiter gedrückt werden konnten. Die effektive Steuerquote des Konzerns schrumpfte im Jahresvergleich von 20 auf elf Prozent. Die Trump-Regierung hatte die Unternehmenssteuern in den USA zu Jahresbeginn von 35 auf 21 Prozent gesenkt, dank etlicher Schlupflöcher und Sonderregeln zahlen einige Konzerne unterm Strich aber noch weniger.

(dpa)