Hintergrund sind Spekulationen, Notenbanken könnten aus Sorge um einen Dollarverfall wegen des riesigen Handelsbilanzdefizits ihre Dollarbestände reduzieren. Die Notenbank der Vereinigten Arabischen Emirate kündigte nach Agenturberichten an, sie wolle im Mai darüber entscheiden, zehn Prozent ihrer Währungsreserven in Euro umzuschichten. Und auch in China werden Stimmen laut, die fordern, mit dem Aufkauf amerikanischer Staatsanleihen aufzuhören. China ist mit Währungsreserven von zuletzt 854 Milliarden Dollar einer der großen Geldgeber Amerikas.
Der Dollar ist auch bei der Bundesbank die wichtigste Reservewährung. Ihre Reserven bestehen neben den 3428 Tonnen Gold vor allem aus amerikanischen Dollar. 33 Milliarden Euro hält die Bundesbank. Im Vergleich dazu ist die halbe Milliarde in Yen nur ein Höflichkeitsposten.
Doch die Bundesbank überlegt, ihre Währungsreserven umzuschichten, um die Risiken zu mindern. Aber man kann davon ausgehen, dass sie nicht massiv Dollar verkaufen wird. Das würde einen Dollarverfall auslösen. Hinzu kommt, dass Notenbanken Dollar nur verkaufen darf, wenn die amerikanische Notenbank zustimmt.
Wenn sie ihre Dollar schon nicht verkaufen können, können Notenbanken zumindest neue Reserven in anderen Währungen anlegen. Derzeit käme dabei vor allem das britische Pfund und der Schweizer Franken infrage. Asiatische Banken könnten Gold kaufen oder in den Euro gehen. Spekulationen, dass sie es schon tun, hatten den Goldpreis auf ein neues 25-Jahres-Hoch steigen lassen.
Der Euro ist freilich auch wegen der Zinsspekulationen stark. Marktbeobachter rechnen heute noch nicht mit einer Zinserhöhung. Sie dürfte aber für Mai angekündigt werden. Die Mai-Sitzung des EZB-Rates wird die letzte mit dem scheidenden Chefvolkswirt Ottmar Issing sein und somit ein gute Chance, eine Zinserhöhung noch einmal mit der steigenden Geldmenge zu begründen. Die wächst mit einer Jahresrate von acht Prozent, wo doch die EZB nur 4,5 Prozent für stabilitätsgerecht hält. Und sie wächst vor allem, weil die Kredite für Konsumenten und Exportunternehmen, die Erweiterungsinvestitionen finanzieren, in die Höhe schnellen. Und das ist meist ein Zeichen für sich ankündigende Preiserhöhungen.