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| 09:54 Uhr

Streik in Ostdeutschland
Gewerkschaft droht mit Baumaterial-Engpass

In der Baustoffproduktion im Osten wird gestreikt.
In der Baustoffproduktion im Osten wird gestreikt. FOTO: Stefan Sauer / dpa
Cottbus. Beim Baumaterial droht in den kommenden Wochen ein Engpass. Die IG Bauen-Agrar-Umwelt will die Baustoffproduktion im Osten Deutschlands mit Streiks „zum Erliegen“ bringen. Es geht um 4,8 Prozent mehr Lohn.

Wie die gewerkschaft am Montagmorgen ankündigte, soll der Streik zunächst im Werk eines Baustoffherstellers in Sachsen-Anhalt beginnen. Weitere Arbeitsniederlegungen sollen im Laufe der nächsten Wochen in mehreren Betrieben der Branche in Ostdeutschland folgen. Betroffen ist neben der Sand-, Kies- und Mörtelherstellung auch die Naturstein- und Transportbeton-Industrie.

„Ziel der IG Bau ist es, mit dem Arbeitskampf das Ost-West-Lohngefälle der Branche von derzeit 16 Prozent zu verringern. Nach 28 Jahren ist eine Lohnmauer in den Köpfen der Arbeitgeber nicht mehr auszuhalten. Denn das hat mit Anerkennung und Wertschätzung der Arbeitsleistung ostdeutscher Arbeitnehmer nichts zu tun“, sagt Carsten Burckhardt vom Bundesvorstand der Gewerkschaft. Die IG Bau fordert eine Lohnerhöhung um 4,8 im ersten und um 4,2 Prozent im zweiten Jahr. Das Angebot der Arbeitgeber blieb nach Angaben der Gewerkschaft mit 3,5 und 3 Prozent deutlich dahinter zurück.

Mit der Baustoffindustrie werde nun eine Branche bestreikt, die derzeit einen Boom erlebe. Die Auftragsbücher der Bauunternehmen seien randvoll. Entsprechend gut laufe die Konjunktur auch für die Baustoffhersteller. „Die Verhandlungen dazu sind gescheitert. In den Betrieben herrscht jetzt eine Mischung aus Enttäuschung und Wut. Wir haben eine enorme Streikbereitschaft“, sagt Thomas Waldheim von der für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständigen Streikleitung.

(bob)