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| 19:35 Uhr

Wirtschaftsfaktor Gesundheit
Gesundheitswirtschaft stärkt Cottbus

Die Radiologie des Carl-Thiem-Klinikums ist hochmodern ausgestattet.
Die Radiologie des Carl-Thiem-Klinikums ist hochmodern ausgestattet. FOTO: CKT
Cottbus. GESUNDHEIT SPEZIAL: Das Carl-Thiem-Klinikum macht sich für die Patienten und die Mitarbeiter attraktiv. Von Kathleen Weser

Mit mehr als 2000 Mitarbeitern ist das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) der größte Arbeitgeber der Stadt. 85 Millionen Euro werden hier jährlich umgesetzt – zum Wohle der Patienten und damit auch des  heimischen Mittelstandes. Das betont der Steuermann des Hauses, Verwaltungsdirektor Karsten Bepler. Brandenburgs größtes Krankenhaus ist wirtschaftlich eine Größe für Cottbus. Der diplomierte Kaufmann bestätigt: Etwa 17 Millionen Euro fließen im Jahr an gut 300 regionale Vertragspartner, die als Lieferanten und Dienstleister tätig sind.

Mehr als 50 Millionen Euro werden in Sachmittel und medizintechnische Ausstattung gesteckt, die hauptsächlich über Einkaufsgemeinschaften am Weltmarkt geordert werden müssen. Das Krankenhaus mit den zertifizierten medizinischen Zentren von der Krebsheilkunde (Onkologie) bis zu dauerhaft im Körper verbleibenden Implantaten (Endoprothesen)sowie 26 spezialisierten Fachkliniken zu managen, ist eine Herausforderung, die Bepler liebt. Vom hartnäckig die neueste Medizintechnik fordernden Arzt bis zur Schwester, die den anspruchsvollen Job im Schichtsystem und die Familie mit Kindern unter einen Hut bekommen muss.

In Bauleistungen und Ersatzbeschaffungen investiert das Carl-Thiem-Klinikum seit 2009 jährlich mehr als zehn Millionen Euro. Mit einer pauschalen Finanzspritze von 4,8 Millionen Euro unterstützt das Land Brandenburg. Der Restbetrag muss hart selbst erwirtschaftet werden, betont Karsten Bepler – froh über solide Jahresüberschüsse. Deren auch im Haus kritisch beäugte Verwendung müsse allerdings auch den Beschäftigten nachvollziehbar erklärt werden. Das Interesse an Transparenz sieht Bepler positiv.    „Derzeit ist es sehr schwierig, am heimischen gesättigten Markt akzeptable Angebote für Bau- und Dienstleistungen zu bekommen“, benennt er eine aktuelle Herausforderung.  Geld sei derzeit am Finanzmarkt günstig zu beschaffen. Daher werde viel gebaut, und die Preise stiegen. Der Druck, der am Markt entstehe, sei enorm. „Das ist irgendwie eine perverse Entwicklung“, sagt der Kaufmann salopp. Erhebliche Preissteigerungen seien bei den unaufschiebbaren Auftragsvergaben des CTK zu verzeichnen. „Vor allem Architekten und Planer sind stark ausgelastet“, sagt Karsten Bepler.

Karsten Bepler, Verwaltungsdirektor des Klinikums Cottbus.
Karsten Bepler, Verwaltungsdirektor des Klinikums Cottbus. FOTO: Ben Peters/CKT

Strom, Gas und Wärme für die Kliniken verursachen im Jahr Kosten in Höhe von 4,2 Millionen Euro. Nur die Fernwärme wird aus dem konkurrenzlosen Nahversorgungsnetz der heimischen Stadtwerke bezogen. In den anderen Sparten ist der Cottbuser Versorger zu teuer, bedauert der Klinikum-Verwaltungschef.

Karsten Bepler ist stolz darauf, dass dem CTK baulich und medizintechnisch eine hervorragende Ausstattung bescheinigt wird. Die Patienten freilich messen die Qualität zuerst „an der Zufriedenheit der erfahrenen ärzlichen Versorgung, an der Hygiene und am Essen“. Und Bepler stellt dazu sichtlich zufrieden fest: Der Patient ist mündig und informiert. Oft auch falsch aus den sozialen Medien, räumt er ein. „Er fragt nach neuen Innovationen. Wir müssen viel erklären und tun das sehr gern.“ Am stark regulierten Markt mit wenigen Anbietern, beispielsweise bei Medizinspezialtechnik, sei die hohe Qualität zu halten, ein ständiger Kraftakt. Aber der Patient als Kunde stimme auch mit den Füßen ab. Und das Wohlfühlpaket muss sein, regional wird es geschnürt. Dienstleistungen wie Kindergartenplätze, die auch Randbetreuungszeiten abdecken, werden im Ringen um gute Fachkräfte immer wichtiger. „Wir werden für unsere Mitarbeiter eine betriebsnahe neue Kita bauen“, kündigt Bepler an. Ein externer Betreiber, das Unternehmen Kinderwelt Potsdam, sei dafür gebunden. „Die Medizin wird weiblich. Mehr als 60 Prozent der Studierenden sind Frauen. Die sind in den besten Jahren, um Kinder zu bekommen, wenn sie den Abschluss  haben und wir sie brauchen“, sagt der Kaufmann. In Mediziner-Nachwuchs werde daher investiert.

In die Küche des Cottbuser Klinikums, in der jährlich 930 000 Mahlzeiten für Patienten zubereitet werden, soll jetzt kräftig investiert werden.
In die Küche des Cottbuser Klinikums, in der jährlich 930 000 Mahlzeiten für Patienten zubereitet werden, soll jetzt kräftig investiert werden. FOTO: Michael Helbig/CTK